Derek Jarman: „Wittgenstein“ (1993)

Derek Jarman (1942 - 1994)
Derek Jarman (1942 – 1994)

Ein Jahr vor seinem frühen Tod mit 52 Jahren schuf der britische Regisseur Derek Jarman diese fesselnde, knapp 70-minütige Inszenierung von Leben und Werk des Philosophen Ludwig Wittgenstein (1889 – 1951). Die sehr sorgfältig ausgewählten Schauspieler (die auffallende Ähnlichkeit von Hauptdarsteller Karl Johnson mit dem historischen Wittgenstein ist sehr irritierend!) rezitieren zum großen Teil Originaltexte Wittgensteins und seiner unmittelbaren Umgebung. Dennoch wirkt das Ganze kaum jemals künstlich und ausgedacht. Am Skript wirkte der Literaturtheoretiker Terry Eagleton maßgeblich mit.

Ganz sicher kein Film zur Entspannung zwischendurch, aber, die „richtige“ Stimmung vorausgesetzt, ein nachhaltig beeindruckendes Erlebnis.

YouTube-Nutzer redetrigan hat den Film in guter Bild- und Tonqualität in 7 10-Minutenstücken hochgeladen. Ich habe eine Playlist erstellt, die diese fast bruchlos wieder zusammenfügt. Wer erst mal reinschnuppern möchte, kann hier mit Teil 1 beginnen.

Wird Wittgenstein populär?

Schaut man sich das Ergebnis dieser Umfrage an, die Philoblogger Björn Haferkamp jüngst veranstaltete, möchte man es fast glauben:

"Welche/r dieser PhilosophInnen hat für dich die größte Bedeutung?"
"Welche/r dieser PhilosophInnen hat für dich die größte Bedeutung?"

Zur Auswahl standen allerdings ausschließlich die hier auftauchenden 20 Köpfe, also nicht etwa Hegel, Spinoza, Descartes etc. Allerdings glaubt Haferkamp, dass „alle wichtigen Schulen oder Denkrichtungen der Gegenwart (ab 20. Jahrhundert)“ dadurch repräsentiert waren.

Meine eigenen Versuche, Wittgenstein zu verstehen, die sich an Hans-Johann Glocks „Wittgenstein-Lexikon“ entlanghangeln, finden sich seit 9 Jahren hier.