Pigliucci’s Corner (6 of 15): Can science answer moral questions? (2010)

Den englischsprachigen Wikipedia-Artikel zum im Video diskutierten Buch „The Moral Landscape“ des us-amerikanischen Philosophen und Neurowissenschaftlers Sam Harris gibt’s hier.

Ich habe das Buch von Sam Harris nicht gelesen und kann deshalb auch nicht wirklich beurteilen, ob Pigliucci dessen Argumentationsgang hier angemessen wiedergibt. Darum geht aber auch gar nicht. Es geht darum, das Augenmerk auf die Frage zu richten, ob Wissenschaft in der Lage ist, eine allgemeinverbindliche Richtschnur für moralische Entscheidungen zu liefern oder nicht. Eine – wie ich finde – in Zeiten allgemeiner Wissenschaftsskepsis ausgesprochen kühne und originelle Frage, der es sich nachzugehen lohnt. Denn selbst wenn man sie mit einem dezidierten „Nein“ beantworten sollte, mag man sich anschließend vielleicht inspiriert fühlen, dies vielleicht auch mal zu begründen. Und allein das – kohärentes Argmumentieren nämlich – bringt die Dinge und die Einzelne voran.

Was mich – und ich wiederhole mich hier gern –  an Pigliuccis Reihe begeistert, ist der Versuch, mit genuinen Mitteln des Internets zentrale philosophische Fragen zu artikulieren, ohne irgendwelche populistischen Kompromisse zu machen. Ich verweise hier nochmals auf meine ähnlichen Anstrengungen vor einigen Jahren, mit zentralen musikphilosophischen Fragen zurande zu kommen.

[Nebenbemerkung allgemeinerer Art: Nur weil 99,8432% aller YouTube-Videos epigonal, latent rassistisch, geistlos, kommerziell, populistisch, dämlich, im schlechten Sinn dilettantisch, öde, denunziatorisch, obszön, reißerisch, nervtötend, pubertär, voyeuristisch, dummdreist, schadenfroh, klugscheißerisch, anbiedernd, exhibitionistisch, menschenverachtend, kitschig oder plagiatorisch sind, sagt das noch nichts über die Qualität der verbleibenden 0,1568% aus. „Das“ Internet ist eben doch auch wie Beton: Es kommt drauf an, was man draus macht.]

Pigliucci’s Corner (5 of 15): Philosophy of Science II (2010)

Witzigerweise verwendete ich ich ungefähr zur selben Zeit die selbe Software (allerdings mit anderen Avataren), um meine, hm, ästhetisch-philosophischen Gedanken zu kommunizieren.

Vertiefende Anmerkung für Neugierige: Der philosophische Anti-realism wurde und wird vor allem durch die Philosophen Michael Dummett und Hilary Putnam vertreten. Mit etwas gutem Willen lässt sich aber bereits Hegels Idealismus als philosophischer „Anti-Realismus“ verstehen.

Pigliucci’s Corner (4 of 15): Philosophy of Science I (2010)

Puh, Prof. Pigliucci spricht diesmal leider besonders schnell 😦 Na ja, mensch kann sich’s ja mehrfach ansehen:

Der Poppers Falsifikationsprinzip falsifizierende, evtl. nicht so bekannte Philosoph ist übrigens Pierre Duhem. Dieser starb zwar bereits 1916, während Popper erst 1902 geboren wurde, doch wurde Duhems Argumentation erst in den 1950er Jahren durch einen dritten Philosophen, Willard van Orman Quine nämlich, einem breiteren Publikum bekannt. Pigliucci weiß das natürlich, kürzt aber seines 5-Minuten-Konzepts wegen hier ab.

(Ich erwähne das, damit niemand auf die Idee kommt, hier solle uns weisgemacht werden, ein Philosoph habe die These eines anderen kritisiert, bevor diese überhaupt in der Welt war. Schließlich hätte Prof. Pigliucci damit seinen schönen Clip ja unfreiwillig selbst falsifiziert 😉 )