Haben Ratten Nahtoderfahrungen?

Hieronymus Bosch (1450 - 1516): Aufstieg der Gesegneten
Hieronymus Bosch (1450 – 1516): Aufstieg der Gesegneten

Fast könnte man es glauben, wenn man diesen Artikel im Wissenschaftsteil von SPIEGEL ONLINE gelesen hat. Denn ausgerechnet an sterbenden Ratten wurde nun erstmals experimentell nachgewiesen, dass, so wird der Neurochirurg George Mashour zitiert, „das Gehirn im frühen Stadium des klinischen Todes zu gut organisierter elektrischer Aktivität fähig ist.“

Aber warum zum Teufel (?) tut das Rattenhirn das? Der Kölner Neurologe Michael Schroeter spekuliert dazu ebenso charmant wie mechanistisch, „dass der versiegende Input von außen das Gehirn noch kurz zu Hyperaktivität treiben könnte. Er vergleicht das mit einem Motor, der unter Last langsamer dreht als im Leerlauf. ‚Ohne Input von außen, im Leerlauf also, dreht die Maschine etwas höher‘, sagt er.“ Leuchtet ein: Gang raus, Motor heult auf. Wir verlassen den Ego-Tunnel und das Hirn glimmt noch ein bisschen nach.

Wenn man bedenkt, wie viele Bibliotheken an (religiösem, philosophischem, esoterischem) Text dieses Thema schon gefüllt hat (ergänze: füllt und füllen wird), klingt das herzerfrischend banal. Wissenschaft kann ja so was Befreiendes haben.

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