Constanze Kurz in Karlsruhe

Die überaus charmante Constanze Kurz nahm an einer mündlichen Anhörung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zum Thema „Staatstrojaner“ teil und berichtet nun ihren VereinsfreundInnen vom Chaos Computer Club, was sie erlebt hat (auch wenn das jetzt nicht wirklich ein Kompliment ist: Ich könnte ihr stundenlang zuhören, auch wenn sie über Algorithmentheorie referierte):

Constanze Kurz in Karlsruhe

„Challenge accepted“: Blogger als Rockstars

Mannmannmann, Beckedahl und Meister haben sich da ja ganz schön abfeiern lassen beim cccamp vor einigen Tagen. Aber verdient haben sie’s ja schon, vor allem, weil sie trotz all dem Rummel komplett auf dem Teppich geblieben zu sein scheinen. Bitte besonders darauf achten, wie Andre Meister „abschnorcheln“ ausspricht:

„Challenge accepted“: Blogger als Rockstars

Talk mit einem (Beinahe-)“Landesverräter“

Ok, Bommarius nervt ziemlich mit seiner selbstgefälligen, stets in’s Publikum sprechenden Art, Crawford agiert äußerst vorsichtig und Markus Grill macht routiniert und professionell seinen Job. Nur Markus Beckedahl sitzt mit seinen kurzen Hosen und seinem Ich-bin-zwar-vielleicht-der-Klassenprimus-aber-trotzdem-ganz-O.K.-Gesicht so verloren da wie ein kleiner Junge, der sich im Wald verlaufen hat. Zweifellos hat er in dieser Runde das kleinste Ego, dafür aber (derzeit) die größte Aufmerksamkeit.

Talk mit einem (Beinahe-)“Landesverräter“

Der Bundesnetzpräsident predigt der Bundesnetzgemeinde

King Lobo, der Oberblogger Kolumnist auf SPIEGEL ONLINE und ansonsten eher Gelegenheitsblogger, ist von dieser seiner eigenen Ansprache auf der diesjährigen re:publica tief bewegt – was sich (wer ihn kennt, weiß das) im Verlauf der Rede sogar noch steigert. Im Endeffekt sind ihm aber das überlegene Grinsen und der lässige Spott tatsächlich gründlich vergangen. Ende der Party. Schluss mit lustig. Jetzt bitte erwachsen werden. Undsoweiter.

Sein Marcuse-Zitat von der eingebauten Herrschaftsfreundlichkeit jeglicher Technologie halte ich für wenig zielführend. Genausogut könnte man feststellen: „Jede Treppe verfügt über eine eingebaute Aufstiegsfreundlichkeit.“ Es dient aber wohl eher dazu, auch dem letzten Cyberpunk klar zu machen, dass nicht nur die Musik, sondern auch die Technologie eine Prostituierte, d. h. ein willfähriges Tool ohne eigenen ethischen Kompass, ist

Lobos Tonfall nähert sich immer mehr dem von Joachim Gauck an, es ist nicht mehr der des zornigen jungen Mannes, des aufstrebenden Entrepreneurs oder auch des technophilen Revolutionärs, sondern der des Predigers, des Bußpredigers gar: „Kehret um und tuet Buße, dann werden euch eure Sünden verziehen. Denn sehet, auch ich war ein Sünder, doch durch die Gnade des Herrn wurde ich zur Einsicht geführet. Itzo kommet auch ihr zur Einsicht und öffnet eure Herzen und eure Geldbeutel.“ (In diesem Fall für Organisationen, die sich der Bewahrung des „freien Internets“ – was immer das ist – verpflichtet fühlen.)

Einmal entschlüpft Lobo sogar die Formulierung, man solle doch bitte für die „Unversehrtheit der digitalen Vernetzung“ kämpfen (bei 1:04:20). Als habe so etwas jemals existiert.

Kurz, der Vortrag teilt uns viel über die momentane Befindlichkeit des Vortragenden, aber wenig über mögliche (d. h., ebenso wünschenswerte wie praktikable) Zukünfte der Soziodigitalisierung mit. Dennoch – oder gerade deswegen – ist er markant und deshalb hörenswert.

Ich habe diesen Artikel zeitgleich in meinem Community-Blog beim Freitag veröffentlicht. Die Debatte dazu lässst sich hier verfolgen.

Der Bundesnetzpräsident predigt der Bundesnetzgemeinde