(Post-)Minimalism revisited: Phil Kline „March“

Ein weiteres starkes Stück des mir bislang komplett verborgen gebliebenen US-amerikanischen (Post-)Minimalisten aus Akron, Ohio (für mehr bitte einfach auf das Schlagwort „Phil Kline“ klicken) aus dem Jahr 2002: eingängig, aber nicht gefällig (seltene Kombination!). Hör-Erleichterung für Streichquartett-Skeptiker: Die attraktive Cello-Lady startet ab ca 2:00 einen Groove, der auch pop-sozialisierte HörerInnen „mitnehmen“ könnte. Die Intonation von ETHEL ist nicht immer ganz in Ordnung, aber das Feeling ist das richtige:

Beim erstmaligen Hören dieses Stücks fühlte ich mich sofort (und fast beschämt) an eine ebenfalls „marschierende“ Passage in meinem „Streichquartett 2009“ erinnert: 04:25 – 05:50.


Klines Stück kenne ich freilich erst seit ein paar Wochen. Ich kann’s also nicht von ihm haben (und er hat’s höchstwahrscheinlich nicht von mir, denke ich mal). Ich kann mir diese verwirrenden Ähnlichkeiten nur damit erklären, dass die Bezugnahme auf dasselbe Musikkonzept (hier: Post-Minimalismus unter Beibehaltung rhythmisch-repetitiver Elemente) notwendig auch ähnlich klingende Werke hervorbringt. Und zwar ganz unabhängig von der sonstigen soziokulturellen embeddedness der komponierenden Subjekte (hier: Akron, Ohio [Kline] vs. Eibelstadt, Unterfranken [Hetzel]).

Soviel für heute zum Thema „Kunst als Ausdruck von Individualität“, harhar.

Phil Kline?

(Post-)Minimalism revisited: Phil Kline „March“

(Post-)Minimalism revisited: Phil Kline „The Long Winter“

Laut Klines Homepage ist „The Long Winter“ eine Klaviersonate, die extra für das Projekt „A Sweeter Music“ im Jahr 2009 komponiert wurde. Mir gefällt das Stück vor allem wegen seiner unlogischen, intuitiven Form, die genau das Gegenteil der klassischen Sonatensatzform darstellt, ohne beliebig oder willkürlich zu wirken.

Phil Kline?

(Post-)Minimalism revisited: Phil Kline „The Long Winter“