Der große Prince Rogers Nelson … (2 von 2)

… brachte hier sogar das Kunststück zuwege, eine zweite Version eines eigenen Songs so zu gestalten, dass ich mir beide Fassungen problemlos hintereinander anhören kann, ohne mich zu langweilen. Faszinierende achteinhalb Minuten:

Sehr schönes, fast Neue Musik-artiges Flötensolo übrigens.

(Für Version 1 von „Gett Off“ auf den Weltsicht-Artikel vom verg. Freitag gehen.)

Der große Prince Rogers Nelson … (1 von 2)

… war dann doch immer noch ein bisschen besser, als ich bisher dachte. Geht mir seit Jahren so. Hier z. B., vor schlappen 30 Jahren, machte er Folgendes:

Mit Nelsons verbalem wie habituellem, äh, Erotizismus (oder ist das gar die US-amerikanische Variante eines Erotismus im Sinne Georges Batailles?) konnte ich nie viel anfangen und mir war/ist auch ziemlich wurscht, wie er aussah und ob er bi-, homo-, pan-, metro-, hetero- oder im Grunde asexuell war (Letzteres hätte er dann recht geschickt kaschiert). Es ist eher bemerkenswert, dass mich seine diesbzgl. Grellheiten nicht stören. Bei Künstlern kleineren Kalibers würde mich sowas abtörnen, Prince Charming lasse ich’s durchgehen.

Nie von dem Song gehört bisher, ist aber ganz starkes Zeug, wie nur er es konnte, trotz aller Anleihen bzw. Zitate von James Brown, George Clinton und sicherlich weiteren Klassikern der Black Music, die ich nur nicht gut genug kenne, um sie identifizieren zu können. Ironie ist hier allgegenwärtig, aber frei von Zynismus oder gar „Mist-es-war-alles-schon-mal-da“-Weltschmerz. Irgendwie machte Postmoderne 1991 halt noch Spaß.