9-11 re-designed

Am 11. September 2001 erschien mir während des vergeblichen Versuchs, Manhattan zu verlassen, ein Werbeplakat plötzlich in ganz anderem Licht, also machte ich dieses Foto.

Vor ziemlich genau 18 Jahren wurden Ralf Schuster und ich versehentlich Zaungäste der Weltgeschichte, denn am 11. September 2001 weilten wir als stinknormale Touristen in Manhattan, New York, New York, USA. Wir logierten im längst nicht mehr existierenden „Gershwin Hotel“, was unser Glück war, denn das lag so weit vom Ground Zero entfernt, dass bisher keiner von uns an Asbestose oder Ähnlichem verstarb. Andere hatten dieses Glück nicht.

Nun habe ich unsere Nine Eleven Memorial Page neu gestaltet. Von Ralf gibt es einen experimentellen Dokumentarfilm mit meiner Musik, von mir eine Slideshow, zwei Essays und noch mehr Musik. Schaut rein, wenn ihr Zeit und Muße habt! Kommentieren kann man dort nicht, aber hier schon.

Die Slideshow könnt ihr allerdings auch gleich von hier aus betrachten. Die meisten Bilder sind die üblichen Touristenfotos von Hochhäusern, nur 2, 3 Aufnahmen haben direkt mit dem 11. September zu tun. Das entspricht allerdings genau unserer damaligen Wahrnehmung: Ein disruptives, eigentlich inkommensurables Ereignis überwölbte ankündigungslos unsere „banale“ (R. Schuster) Touristenexistenz.

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Aus dem fahrenden Zug gefilmt (2 Beispiele)

Verantwortlich für Bild und Ton zeichnet die Künstlerin Tentenko aus Japan, das Werk heißt „Parade“, ist von 2019 und für meinen Geschmack zu kurz:

Ralf und ich konnten uns vor 13 Jahren nicht auf zweieinhalb Minuten beschränken! Nun gut, es ging ja auch um Cottbus und nicht um Japan. „No Go Area“, der Titel unseres Werks, erschien mir damals recht gewagt, heute kommt er mir angesichts grassierender rechter Gesinnung in dieser Stadt auf traurige Weise prophetisch vor:

Schuster in: – Madagaskar

Mein geschätzter Co-Blogger Ralf Schuster weilt derzeit für Dreharbeiten im fernen Madagaskar, den Fotografen Frank Paul (und vermutlich weitere, mir unbekannte PersonInnen) begleitend. Frank führt, wie sich das heutzutage gehört, ein entsprechendes Reiseblog mit teilweise herausragenden Fotografien. Hier ein Schnappschuss der beiden (FotografIn unbek.):

Frank von hinten, Ralf guckt skeptisch (wie üblich).

Hommage to Hardy Fox, Composer of „The Residents“

Das wohl bekannteste Foto der „Residents“ zeigt die vier Bandmitglieder in einschlägiger Kostümierung vor der Golden Gate Bridge San Franciscos.

Die Trash- und Mashup-Werke, mit der Trond Ø Reinholdtsen und auch Moritz Muzak Eggert derzeit die spießige, ästhetisch hinterwäldlerische, aber intellektuell extrem hochfahrende Welt der „Neuen Musik“ schocken bzw. verärgern, haben ihre geistigen Wurzeln zweifellos auch in den Arbeiten des soeben verstorbenen Hardy Fox, der Zeit seines Lebens in selbstgewählter Anonymität als principal composer der Pop-Formation The Residents fungierte, wie sich angesichts seines bedauerlichen Krebstods nun definitiv herausgestellt hat.* Aus diesem Anlass wies das empfehlenswerte Blog „Second Inversion“ dankenswerterweise auf „Pollex Christi“ (Der Daumen Christi), eines der „Hauptwerke“ Foxens aus dem Jahr 1997, hin.

Das durchgehend gute Laune verströmende und gute Laune machende Œuvre, welches aber gerne auch als Anhäufung postmoderner Zynismen verstanden werden kann, sei der geneigten Weltsicht-Hörerin nicht vorenthalten (Abfolge von 5 YouTube-Videos, Gesamtlänge ca. 20 Minuten):

Welchen Einfluss The Residents auf das Schaffen meines Co-Bloggers R. Schuster hatten, kann man hier lesen.


* Dabei ist es unerheblich, ob Reinholdtsen bzw. Eggert „The Residents“ (oder deren deutsches Gegenstück „Die Tödliche Doris“) kennen oder nicht – die künstlerischen Arbeitsweisen sind objektiv verwandt, und nur darauf kommt es mir hier an. Natürlich wäre in diesem Zusammenhang auch Frank Zappa zu nennen, aber über den ist m. E. bereits alles gesagt worden.