Hommage to Hardy Fox, Composer of „The Residents“

Das wohl bekannteste Foto der „Residents“ zeigt die vier Bandmitglieder in einschlägiger Kostümierung vor der Golden Gate Bridge San Franciscos.

Die Trash- und Mashup-Werke, mit der Trond Ø Reinholdtsen und auch Moritz Muzak Eggert derzeit die spießige, ästhetisch hinterwäldlerische, aber intellektuell extrem hochfahrende Welt der „Neuen Musik“ schocken bzw. verärgern, haben ihre geistigen Wurzeln zweifellos auch in den Arbeiten des soeben verstorbenen Hardy Fox, der Zeit seines Lebens in selbstgewählter Anonymität als principal composer der Pop-Formation The Residents fungierte, wie sich angesichts seines bedauerlichen Krebstods nun definitiv herausgestellt hat.* Aus diesem Anlass wies das empfehlenswerte Blog „Second Inversion“ dankenswerterweise auf „Pollex Christi“ (Der Daumen Christi), eines der „Hauptwerke“ Foxens aus dem Jahr 1997, hin.

Das durchgehend gute Laune verströmende und gute Laune machende Œuvre, welches aber gerne auch als Anhäufung postmoderner Zynismen verstanden werden kann, sei der geneigten Weltsicht-Hörerin nicht vorenthalten (Abfolge von 5 YouTube-Videos, Gesamtlänge ca. 20 Minuten):

Welchen Einfluss The Residents auf das Schaffen meines Co-Bloggers R. Schuster hatten, kann man hier lesen.


* Dabei ist es unerheblich, ob Reinholdtsen bzw. Eggert „The Residents“ (oder deren deutsches Gegenstück „Die Tödliche Doris“) kennen oder nicht – die künstlerischen Arbeitsweisen sind objektiv verwandt, und nur darauf kommt es mir hier an. Natürlich wäre in diesem Zusammenhang auch Frank Zappa zu nennen, aber über den ist m. E. bereits alles gesagt worden.
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Hommage to Hardy Fox, Composer of „The Residents“

Zero Moment of Truth: „ZMOT kommt aus dem Wasser“

Songtext / Lyrics

[see below for English translation]

Zero Moment of Truth (ZMOT)
Coming out of Water

ZMOT übersprang einige Millionen Jahre der Evolution und katapultierte sich direkt aus dem Wasser in die Postpostpopmoderne. Am liebsten würde ZMOT noch ein paar weitere hundert Jahre bedrückender Menschheitsgeschichte hinter sich lassen und gleich in die befriedete Zeit einer visionären Zukunft entschwinden.

Wir verlieren die Beziehung
verschwenden was wir haben
treiben ungesteuert
zerstritten konsequent
Gelaber vom Rechthaber
trotz Erkenntnis klappt gerade
nur der falsche Kompromiss
nutzlos hier nutzlos da
Konsens verseucht
Konsum verwöhnt
medial umspült
aufgewühlt
motiviert
als Gutmensch tituliert
enttäuschte Demokraten
sind am Warten
und verzagen
wollen Wissenschaftler fragen
doch die sagen
nur das wofür wir sie bezahlen
treiben weiter
bleiben leider
zerstritten konsequent
Unschuld längt verschenkt
vom Versagen abgelenkt
widersprochen teilgenommen
in der Katastrophe angekommen
vielleicht geschieht ein Wunder
wir tauchen unter
zum Verschwinden
um uns in tausend Jahren
neu zu erfinden

Coming out of Water
by Zero Moment of Truth (ZMOT)

ZMOT jumped several million years of evolution and catapulted directly from the water into postpostpopmodernism. ZMOT would like to leave behind a few hundred more years of depressing human history and disappear straight into the pacified time of a visionary future.

We’re losing the relationship
wasting what we have
driving uncontrolled
consequently conflicted
jabbering of the know-all
despite knowledge just only
the wrong compromise is working
useless here useless there
consensus contaminates
consumption spoiles
medially bathed
upset
motivated
titled as a Gutmensch
disappointed democrats
are waiting
and despairing
want to ask the scientists
but they only say
what we pay them for
keep on floating
unfortunately remaining
consequently conflicted
innocence given away a long time ago
distracted of failure
contradicted participated
arrived in the disaster
maybe a miracle happens
we submerge
for disappearing
to invent ourselves anew
in a thousand years


Lektorat & englische Übersetzung: S.H.
Zero Moment of Truth: „ZMOT kommt aus dem Wasser“

„Soviel Trübsinn war noch nie“, ein Songtext von Ralf Schuster…

…für sein Projekt „Zero Moment of Truth“:

Es führt der Schritt ins nasse Gras
Und knöcheltief steht da was
Wie mich meine tiefe empfund'ne
Abscheu dort hineinzieht bis zum Ende

Ratlos steht im tiefen Sumpf
Das Schuldgefühl auf einem Stumpf
Nasser Hintern ohne Kissen
Beruhigt ein bisschen das Gewissen

Wasser immer mehr
Kommt von irgendwo her
Während niemand etwas tut
Steigt sie an die große Flut

Soviel Trübsinn war noch nie
Soviel Trübsinn war noch nie

Bedauern hilft nicht mehr
Selbst Überleben ist schon schwer
Die Stimmung die mich übermannt
Wird meines Wissens Depression genannt

Verzweiflung im globalen Rahmen
Lässt Schlimmeres erahnen
Optimismus woher nehmen
Da helfen keine Tränen

Wasser immer mehr
Kommt von irgendwo her
Während niemand etwas tut
Steigt sie an die große Flut

Soviel Trübsinn war noch nie
Soviel Trübsinn war noch nie

Und hier der Song zum Text:


Lektorat: S.H.
„Soviel Trübsinn war noch nie“, ein Songtext von Ralf Schuster…

„Rhetorisch unauffällig“, ein Songtext von Ralf Schuster…

…für sein Projekt „Zero Moment of Truth“:

Witzeerzähler, Saitenquäler, Konsensbestimmer
Redet immer, gut begründet, polemisch platziert
Rhetorisch raffiniert, moralisch fragwürdig

Humorspezialisten, Ideologieexperten als Meinungsinstanz
Die Geistesheimat versank dank satirischem Halbwissen
Wenn dann ein Künstler - wichtig wichtig -
Von seiner Künstlerlebenserfahrung erzählt
Geht euch dann ein Licht auf, lachen ja die Hühner!

Folienverwickelte Bratkartoffeltransparenz
Mit bitteren Sojawahrheiten
Das regt zum Zweifeln an, das gibt euch Denkanstöße,
Die ihr dringend braucht, ihr stumpfen Konsumenten!

Wann treffen wir uns wieder? Im Supermarkt?
Oder auch im Ökoladen oder an der Tanke?
Vielleicht beim Einchecken?
Nonstop Flyover, Economy Seat, Bejing, Sidney und L.A.
Da hat man ganz schnell so viel Kerosin verbraucht
Wie man jahrelang nicht durch Fahrradfahren sparen kann
Wobei ich doch recht habe und hatte
Mir war schon immer alles grün, und damit basta

Ich glaube euch nichts, ihr energieneutralen Denker
Der Weg der bedächtigen Langsamkeit
Der Einsicht und der Empathie
Langweilt mich schreckensschwer
Lasst uns Fahnen schwenken, aber welche?

Künstler, Musiker, Nischenexistenzen
This Way of Live: Ein Statement, aber keine Lösung
Alles faule Ausreden, und dann noch verspätet
Ein Einzelner bewirkt nur wenig, aber mehr als nichts!

Vermutlich sind wir sowieso einer Meinung und ihr
Sucht nach Worten und ich nach Bestätigung
Leider mag ich weder Schenkelklopferhumor
Noch Umarmungsgefühle, ich will keine Sippenverschwörung
Und keine Interessenseilschaft. Darum stehe ich nun da
Als singulärer Auswurf intellektueller Normalität

Trotzdem sind wir vermutlich einer Meinung und ihr
Sucht nach Worten und ich nach Bestätigung
So stehe ich nun da 
Als singulärer Auswurf intellektueller Normalität
Ein Einzelner bewirkt nur wenig, aber mehr als nichts!

Und hier der Song zum Text:


Lektorat: S.H.
„Rhetorisch unauffällig“, ein Songtext von Ralf Schuster…

„City of Cars“ [schusterbildhetzelmusik]

Zurück aus der Stadt der Engel, unterlegte Ralf Schuster seinem brandneuen Experimentalkurzfilm meine elektroakustische Komposition wmcp 2 aus dem Jahr 2009:


Definitiv noch apokalyptischer ist dieses Werk, an das an dieser Stelle einmal wieder erinnert sei. Es hat mittlerweile über dreieinhalbtausend Views auf archive.org:

Schuster: Film, Hetzel: Musik

„City of Cars“ [schusterbildhetzelmusik]

Lancester ist überall

Schuster ist zurück aus Los Angeles & hat ein bisschen was geschrieben. Launig, launenhaft & unterhaltsam wie immer. Viel Vergnügen 🙂

Schuster/Weghardt/Multi Pop

Ein paar subjektive Gedanken zur Musik vom Kultur-Korrespondenten in Kalifornien

Schuster mit Second-Hand-Vinyl auf dem Aerospace-Walk of Honor

 
Wenn man LA mit dem Zug nach Nordosten verlässt, geht es erst einmal an endlosen schmuddeligen Gewerbegebieten vorbei. Meistens Autoverkäufer, Autoreparaturwerkstätten, Reifen-Services oder zur Abwechslung Autoverschrottung und Autoersatzteillager. Dazwischen noch ein paar Self-Storages, denn die Leute können sich vermutlich nur ein winziges Häuschen leisten, weil das Geld fürs Auto gebraucht wird.

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Lancester ist überall