200 Jahre Richard Wagner: Der Würdigung dritter Teil

Wir können uns auf der Bühne keinen antiken oder modernen Charakter, sei es ein Held oder ein Liebender, von einem Juden dargestellt denken, ohne unwillkürlich das bis zur Lächerlichkeit Ungeeignete einer solchen Vorstellung zu empfinden.

Richard Wagner, „Das Judentum in der Musik“ (1850/1869), S. 6
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200 Jahre Richard Wagner: Der Würdigung zweiter Teil

Was die Heroen der Künste dem kunstfeindlichen Dämon zweier unseliger Jahrtausende mit unerhörter, Lust und Leben verzehrender Anstrengung abrangen, setzt heute der Jude in Kunstwarenwechsel um: wer sieht es den manierlichen Kunststückchen an, daß sie mit dem heiligen Notschweiße des Genies zweier Jahrtausende geleimt sind?

Richard Wagner, „Das Judentum in der Musik“ (1850/1869), S. 5
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200 Jahre Richard Wagner: Eine Würdigung

Kaum hat das neue Jahr begonnen, beginnen die gepflegteren deutschsprachigen Kulturmedien (und vermutlich nicht nur diese) auch schon, in zahlreichen Beiträgen des 200. Geburtstags des deutschen Komponisten Richard Wagner zu gedenken. Die „Weltsicht“ will da nicht nachstehen! Ich habe mir deshalb Wagners bekannten Essay „Das Judentum in der Musik“ durchgelesen (Das macht besonderen Spaß, wenn man ihn laut vor sich hinliest. Merkwürdigerweise fing ich dabei nach einer gewissen Zeit an, das „r“ zu rollen und „Juden“ wie „Joden“ auszusprechen, sowie „jüdisch“ wie „jödisch“. Welcher arglistig manipulierende Dämon ritt mich hier?) und möchte in der Folge immer mal wieder die für mich bemerkenswertesten Gedanken aus diesem Text präsentieren. Schließlich wird Richard Wagner als Kulturphilosoph immer noch unterschätzt! Und schon geht’s los:

Der Jude ist nach dem gegenwärtigen Stande der Dinge dieser Welt wirklich bereits mehr als emanzipiert: er herrscht, und wird so lange herrschen, als das Geld die Macht bleibt, vor welcher all unser Tun und Treiben seine Kraft verliert.

Richard Wagner, „Das Judentum in der Musik“ (1850/1869), S. 4
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