re:publica 2018: Lobo preist den Sozialliberalismus

Zweifellos einer der begabtesten politischen Redner meiner Generation.

„Sozialliberalismus“ klingt retro, ist aber nicht so gemeint. Lobos Rede als ganze ist lohnend…

…aber ich möchte diesmal zusätzlich von der Funktion Gebrauch machen, nur Teile eines YouTube-Videos einzublenden. Es mag ja interessierte Weltsicht-LeserInnen geben, die grade keine Stunde Zeit haben.

Schnipsel 1 (knapp sechs Minuten) Was für Genießer – „Lob des Spahn“:

Schnipsel 2 (knapp  dreieinhalb Minuten) Faszinierend, dass doch wieder auf den alten Wiesengrund referiert werden muss. Um ihn scheint derzeit wirklich absolut niemand herumzukommen:

Schnipsel 3 (ca. drei Minuten) Rechtsgewordene ehemalige Linksintellektuelle – mir fallen hier Norbert Bolz, Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski ein, von denen Lobo aber keinen explizit erwähnt – kriegen ihr Fett weg:

Advertisements
re:publica 2018: Lobo preist den Sozialliberalismus

Stokowski über das Phänomen „Schulzzug“

Die gesamte SPD wirkt zurzeit wie diese Leute, die jahrelang unfreiwillig Single waren … und die dann eines schönen Frühlings plötzlich … jemanden finden, der diesmal wirklich der Richtige ist …, von dem sie dann aber auch ununterbrochen sprechen. Und die allen Umstehenden schon sehr bald gehörig auf den Sack gehen, weil zwar vieles im Leben durchs Teilen schöner wird, aber Notgeilheit nicht.

Margarete Stokowski: Die ausgehungerte Partei (spiegel.de 2017-03-21)

Stokowski über das Phänomen „Schulzzug“

Wie Sascha Lobo zu dem wurde, der der ist (Podcast)

Angenehmes, fast un-eitles Interview mit Deutschlands erstem Internet-Intellektuellen (kann man sagen, oder?) aus dem Oktober des vergangenen Jahres. Dauert auch nur eine Stunde vierzig Minuten:

 

Wer ein Inhaltsverzeichnis zu diesem Podcast möchte, geht hierher (Icon „Show chaptermarks“ anklicken).

Wie Sascha Lobo zu dem wurde, der der ist (Podcast)

Lobo über die Dringlichkeit durchdachter Multikulturalität

Das Problem ist nämlich, dass gelungene Integration gleichbedeutend ist mit dem vielgeschmähten Begriff Multi-Kulti. Alles andere würde nicht auf Integration, sondern auf Gleichmacherei hinauslaufen.

Sascha Lobo: Köln und die Folgen: Die Eskalation des Social-Nationalismus (spiegel.de 2016-01-13)

Stimme Lobo zu. Merkels Verdikt „Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!“ aus dem Jahr 2010 wird vielleicht einmal als eine ihrer weniger klugen Äußerungen in die Geschichte eingehen (vgl. dagegen „Wir schaffen das, denn Deutschland ist ein starkes Land!“ aus ihrer Neujahrsansprache 2016).

Aber wer weiß, schaut man sich Merkels Aussage genauer an, sagte sie ja nur, dass bisherige (sprich: rot-grüne) „Ansätze“ zur Multikulturalisierung „absolut gescheitert“ seien – es gäbe also durchaus die Option neuer, besser durchdachter „Ansätze“. Und die sind  – soviel lässt sich nach der temporären Tahririsierung des Kölner Hauptbahnhofsvorplatzes in der vergangenen Silvesternacht wohl sagen – mittlerweile wohl ebenso dringlich wie, äh, alternativlos.

Lobo über die Dringlichkeit durchdachter Multikulturalität

Lobo über die Netzpolitik.org-Affäre als Folge des digitalen Kontrollverlusts

[Verfassungsschutzprädident, S.H.] Maaßen hat … angestoßen, dass die Blogger von Netzpolitik.org ins Visier genommen wurden. Aber eigentlich war das nur eine verzweifelte Reaktion, weil in Zeiten des Internets das Leak zum Standardinstrument des politischen, vernetzten Bürgertums geworden ist [Hervorhebung von S.H.]. […] Dass weder Justiz- noch Innenministerium diesen … Stellvertreterangriff erkannt … haben, ist aufschlussreich: Es weist auf eine Gegenwartsblindheit hin, die bis zur Realitätsverdrängung reicht. Weil die Illusion der Kontrolle zerplatzt ist, muss jemand schuld sein.

Sascha Lobo: Koalition und Zeitgeist: Deutschlands Problemregierung (SPIEGEL ONLINE 2015-08-12)

Mehr zum Thema Kontrollverlust durch Digitalisierung hier.

Lobo über die Netzpolitik.org-Affäre als Folge des digitalen Kontrollverlusts