Lobo über die Dringlichkeit durchdachter Multikulturalität

Das Problem ist nämlich, dass gelungene Integration gleichbedeutend ist mit dem vielgeschmähten Begriff Multi-Kulti. Alles andere würde nicht auf Integration, sondern auf Gleichmacherei hinauslaufen.

Sascha Lobo: Köln und die Folgen: Die Eskalation des Social-Nationalismus (spiegel.de 2016-01-13)

Stimme Lobo zu. Merkels Verdikt „Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert!“ aus dem Jahr 2010 wird vielleicht einmal als eine ihrer weniger klugen Äußerungen in die Geschichte eingehen (vgl. dagegen „Wir schaffen das, denn Deutschland ist ein starkes Land!“ aus ihrer Neujahrsansprache 2016).

Aber wer weiß, schaut man sich Merkels Aussage genauer an, sagte sie ja nur, dass bisherige (sprich: rot-grüne) „Ansätze“ zur Multikulturalisierung „absolut gescheitert“ seien – es gäbe also durchaus die Option neuer, besser durchdachter „Ansätze“. Und die sind  – soviel lässt sich nach der temporären Tahririsierung des Kölner Hauptbahnhofsvorplatzes in der vergangenen Silvesternacht wohl sagen – mittlerweile wohl ebenso dringlich wie, äh, alternativlos.

Lobo über die Dringlichkeit durchdachter Multikulturalität

Lobo über die Netzpolitik.org-Affäre als Folge des digitalen Kontrollverlusts

[Verfassungsschutzprädident, S.H.] Maaßen hat … angestoßen, dass die Blogger von Netzpolitik.org ins Visier genommen wurden. Aber eigentlich war das nur eine verzweifelte Reaktion, weil in Zeiten des Internets das Leak zum Standardinstrument des politischen, vernetzten Bürgertums geworden ist [Hervorhebung von S.H.]. […] Dass weder Justiz- noch Innenministerium diesen … Stellvertreterangriff erkannt … haben, ist aufschlussreich: Es weist auf eine Gegenwartsblindheit hin, die bis zur Realitätsverdrängung reicht. Weil die Illusion der Kontrolle zerplatzt ist, muss jemand schuld sein.

Sascha Lobo: Koalition und Zeitgeist: Deutschlands Problemregierung (SPIEGEL ONLINE 2015-08-12)

Mehr zum Thema Kontrollverlust durch Digitalisierung hier.

Lobo über die Netzpolitik.org-Affäre als Folge des digitalen Kontrollverlusts

Sascha Lobo über Frank Schirrmacher

Schirrmachers Vermächtnis zu verstehen, bedeutet zu verstehen, dass man in einer Demokratie zwei Stimmen hat, eine auf dem Wahlzettel und eine in der öffentlichen Debatte. Und bei beiden liegt – Multiplikatoren und Medien hin oder her – die Wirksamkeit letztlich in ihrer schieren Masse.

Sascha Lobo: „Was man von Frank Schirrmacher lernen kann“ (SPIEGEL ONLINE 2014-06-18)

Sascha Lobo über Frank Schirrmacher

Lobo über Zivilcourage

Die Öffentlichkeit neigt dazu, ihre eigene Macht kurzfristig zu überschätzen und langfristig zu unterschätzen. Diese Kombination trägt dazu bei, kurzfristig Enttäuschung, Resignation, Politikverdruss zu verstärken. […] Langfristig aber übersetzen sich die Haltungen der Öffentlichkeit in konkrete Veränderungen in Gesellschaft und Politik. Wenn das nicht so wäre – weshalb wäre dann … in den meisten autoritären Staaten der erste Schritt der Machthaber die Kontrolle der Medien, die die Öffentlichkeit adressieren? […] Es geht darum, den Verantwortlichen ihre vermeintliche Legitimation für den Betrieb des radikalen, grundrechtsfeindlichen Überwachungssystems zu entziehen. […] Gerade in Deutschland, dessen Behörden fraglos und absichtsvoll Teil der Überwachung sind.

Sascha Lobo: Die Gesellschaft kann etwas gegen die Überwachung tun (SPIEGEL ONLINE 2014-06-11)

Lobo über Zivilcourage

Lobo über Staatsräson als Behördenräson

Über der Verfassung scheint die Behördensicht der Dinge zu stehen. Das von Exinnenminister Friedrich herbeifabulierte „Supergrundrecht Sicherheit“ gibt es aus dieser Perspektive tatsächlich, und zwar als Supergrundrecht Sicherheitsbehörde.

Sascha Lobo: Die digitale Scheinsicherheit (SPIEGEL ONLINE 2014-05-18)

Lobo über Staatsräson als Behördenräson