«Player Piano Sonata 2018», visualized

Generatoren midiplayer3 (ax_pokl), Ken Burns Slideshow (changb0wen)
Filter [Host] Audio Waveform Visualization [Shotcut]
Referenzen Der Reiter und der Bodensee (Ballade von Gustav Schwab 1826), Organum decaulum (Buchillustration nach einer Idee von Athanasius Kircher 1650), Koyaanisqatsi (experimenteller Dokumentarfilm von Godfrey Reggio 1982, [Ausschnitte])
Video-Editoren Movie Maker, Shotcut

Visualisierungsnotiz

I Mythos (Gustav Schwab) Die Welt wird erzählt | erzählte Welt | Musik untermalt die Erzählung der Welt. Dieser Modus war von den repetitiven Gesängen und Geräuschen der Schamanen bis Gustav Schwab (19. Jhdt.) vorherrschend und ist es – in der Populärkultur (Girl meets Boy) – bis heute.

II Logos (Athanasius Kircher) Die Welt wird erklärt | erklärte Welt | Musik repräsentiert eine abstrakte (logische, religiöse, wissenschaftliche, ästhetische, …) Ordnung, die selber nicht von dieser Welt ist. Das fängt mit Leonin und Perotin an und zieht sich hin bis John Cage, der das Kunststück schaffte, selbst noch den Zufall zum Ordnungsprinzip umzufälschen. Kirchers Vision einer Weltorgel liegt zeitlich ungefähr in der Mitte zwischen Notre-Dame-Epoche und Neuer Musik.

III Speed (Godfrey Reggio) – Konstruktion einer Welt | Weltkonstruktion | Musik konstruiert eine mögliche Welt, dabei sowohl mythologische wie logische Elemente integrierend. Reminiszenz an einen Kinofilm, der mich und Teile meiner Generation sehr stark prägte. Reggio hält stets die Balance zwischen knabenhafter Faszination an der Hypertrophie aller Dinge und ambivalenter Angstlust angesichts einer möglichen Apokalypse. Da habe nicht nur ich mich ertappt gefühlt.

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Visualisierungen

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«2011 (Star Trek)», visualized

Foto „Carina Nebula, NGC 3372“, fotografiert vom Hubble-Weltraumteleskop. Publiziert 2007 von der NASA.
Generator PhotoFilmStrip (J. Göpfert)
Filter [Host] Audio Spectrum Visualization, Glow [Shotcut]
Video-Editor Shotcut

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«torrent», visualized

Generator Pianofall (Stepan Artemyev)
Filter [Host] Old Cinema (MSU) [VirtualDub]
Malerei Das Eismeer (CD Friedrich 1823)
Video-Editor Shotcut

Visualisierungsnotiz

Die Hoch-Zeit des Stummfilms und seiner typischen Wackelbilder war auch die Hoch-Zeit des Selbstspielklaviers. Die wörtliche Übersetzung des englischen torrent ist „Sturzbach“. torrent heißt aber auch das Datei-Suffix des derzeit weltweit populärsten Protokolls zur schnellen Verteilung großer Datenmengen BitTorrent.

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«Über spitze Steine», visualisiert

Generatoren MusicGraph (Paul Nelson), PhotoFilmStrip (J. Göpfert)
Filter [Host] Warp [GIMP]

Visualisierungsnotiz

Die piano roll des Klavierstücks wurde mit MusicGraph nach Intervallen farbcodiert:

  • rot = kleine Sekund/en
  • blau = kleine Terz/en
  • grün = große Terz/en
  • weiß = sonstige Intervalle
  • schwarz = kein Intervall (Einzeltöne)

Anschließend wurde die Rolle unter GIMP um den Faktor 6 in die Breite skaliert und mit einem Schmierfilter visuell angereichert. Das Ergebnis sah so aus:

Für größere Ansicht bitte auf das Bild klicken.

Diese Bildrolle wurde schließlich unter PhotoFilmStrip so animiert, dass sich das musikalische Geschehen wie in einer Partitur mitverfolgen lässt.

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«Six Pieces», visualized

Generator Music Animation Machine (Stephen Malinowski)
Filter [Host] Cartoonizer(MSU) [VirtualDub]
Video-Editor Shotcut

Visualisierungsnotiz

Nachdem er meine «Six Pieces for microtonal player piano» gehört hatte, wies mich der Komponist Klarenz Barlow Ende 2015 auf Stephen Malinowskis Music Animation Machine (MusAniM) hin, eine auf das Jahr 1985 zurückgehenden freien Software, die MIDI-Daten grafisch aufbereitet. Ich war MusAniM zwar schon vor Jahren begegnet, hielt deren visuelle Möglichkeiten aber bisher nicht für sonderlich attraktiv: zu karg und elementar, zu „mathematisch“ erschien mir die von Malinowski implementierte Formensprache. Allerdings hatte ich noch nie ernsthaft mit MusAniM gearbeitet. Aber jetzt.

Es zeigte sich, dass die ja ebenfalls ziemlich „mathematischen“ (sprich: algorithmisch-repetitiven) Strukturen der «Six Pieces» sehr charmant mit den von Malinowski favorisierten geometrischen Elementarformen harmonieren, weswegen mir die gestalterische Arbeit sehr flott von der Hand ging. Probleme bereitete dann natürlich mal wieder die technische Umsetzung, schließlich gelang es mir aber, das Bildruckeln der Animationen einigermaßen in den Griff zu kriegen.

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