Wolfgang Tillmans: Wako Book 5 (2014)

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Wolfgang Tillmans: „Wo werden wann auf der Erde Aprikosen reif?, 2013“

Wolfgang Tillmans halte ich für einen der großen Fotografen unserer Zeit und für den vielleicht größten deutschsprachigen meiner Alterskohorte.

Und großzügig ist er auch und stellt ab und zu ganze Fotobücher in ordentlicher Auflösung zum Download auf seine Homepage. Das aktuellste ist das „Wako Book 5“, aus dem auch die obenstehende Fotografie stammt.

Eine einzelne bzw. vereinzelte Tillmans-Fotoarbeit wirkt fast immer auf den ersten Blick banal, weil einfach nur „fotorealistisch“. Erst im Zusammenspiel mehrer Arbeiten entsteht so etwas wie eine Weltsicht (die von Tillmans nämlich).

Seine Themen blieben die gleichen, seit ich ihn wahrnehme: (Homo-)Sexualität, HImmelskörper, Architektur, Poliitk (lässt sich natürlich nur sehr indirekt fotografieren, aber es gelingt ihm regelmäßig recht gut, wie ich finde), die Selbstdarstellung von Freunden und Bekannten sowie (häufig menschenlose) Ansichten der Lebenswelt heutiger Menschen.

Tillmans‘ Blick ist sachlich, aber empathisch, ohne jemals (oder, sagen wir mal, nur selten) ins Gefühlige abzudriften. Er ist ein Chronist seines eigenen Lebens, nicht, weil er es oder gar sich selbst für so besonders hält, sondern weil er eben nur dieses eine hat.

Zum  PDF-Download des Wako Books 5 von Tillmans‘ Homepage geht’s hier.

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Wolfgang Tillmans: Wako Book 5 (2014)

Video-Interview mit Wolfgang Tillmans

Tillmans ist zwei Jahre jünger als ich und dennoch seit Jahren mein Lieblings-Fotograf, ja Lieblings-Künstler (was jedem ins Auge springen dürfte, der sich meine Fotos hier ein wenig näher ansieht – ich geb’s ja zu). Der Interviewer Carl Friedrich Schröer nervt ein wenig (vor allem am Anfang), Tillmans kann dann aber durch seine charmante Art das Ganze halbwegs retten, ohne überheblich zu werden. Wichtiger als das, was er hier sagt, scheint mir die Art zu sein, wie er es sagt: bedächtig, überlegt, kontrolliert und den Dingen tatsächlich zugewandt, ohne nebulös esoterisch zu werden. Besonders gut gefällt mir natürlich seine Ablehnung des fotografischen „Serialismus“ zugunsten einer „unreinen“ Strategie des „Ertragens der Dinge“.

Das Interview stammt aus dem März diesen Jahres und fand in Düsseldorf statt.

Video-Interview mit Wolfgang Tillmans