Permanently Unasked Questions

Bloggen ist (bzw. war mal) populär, die Frage nach dem Warum des Bloggens aber nicht. Abhilfe schaffen folgende Permanently Unasked Questions:

Warum schreibst du eigentlich dieses Weblog?
Weil ich es kann. Weil es Spaß macht. Und weil ich im Auftrag der Aufklärung unterwegs bin.

Was heißt für dich „Aufklärung“?
Seine Meinung über kulturelle Phänomene so zu äußern, dass sie, idealerweise, weder in bildungsbürgerlichen Feuilletonismus noch in unverbindlichen Kolumnismus abgleitet, sondern eine Brücke herstellt zwischen den Spezialwelten der Kreativen und dem Alltag der gewöhnlichen Bürgerin.

Aber ist dieses Blog nicht nur ein PR-Instrument für dich als Komponist und Musiker?
Ok, auch.

Du bezeichnest dich als „Bürger, Musiker, Komponist (autonom, aber vernetzt)“. Was bedeutet der erste Begriff für dich eigentlich genau?

The idea of being a citizen would be to understand your country’s history and the things about it that are good and not so good and how the system works and taking the trouble to learn about candidates for political office […]

David Foster Wallace: The 2003 ZDF Interview

Und was soll „autonom, aber vernetzt“ bedeuten? Schließt sich das nicht gegenseitig aus?
Eigentlich schon. – Aber: Wer nur autonom ist, wird nicht gehört. Wer nur vernetzt ist, verliert vor lauter Rücksichtnahme jeglichen Spielraum. Ich suche einen Mittelweg (was, ächz, ständiges Abwägen erfordert).

Was bist du NICHT?
Bürokrat, Ego-Blogger, Experte, Fetischist, Hipster, Ästhet, Manager, radikal, Sammler, pseudo-skeptisch

Bist du – als Komponist – ein Vertreter des Neuen Konzeptualismus?
Nein.

Warum beschäftigst du dich – als Blogger – dennoch so ausgiebig mit dieser Kunstströmung?
Weil sie ein markantes Schlaglicht auf das Komponieren heute wirft und ich meine eigenen ästhetischen Vorstellungen an ihr auf eventuelle Antiquiertheit überprüfen kann.

Was willst du eigentlich mit deiner Bloggerei erreichen?
Eine Verbesserung meines Lebens sowie des Lebens möglichst vieler weiterer Menschen bzw. „die Rückeroberung der demokratischen Macht über die digitale Sphäre“. (S. Lobo)

Warum schreibst du ständig über Sachen, die keine Sau interessieren?
Weil sie mich interessieren!

Warum bist du immer so ernst?
Vermutlich, weil ich im Zeitalter der Ironie („Postmoderne“) großgeworden bin.

Was hast du denn gegen Ironie?
Nichts. Außer, wenn sie aus Bequemlichkeit angewandt wird. Also fast immer.

Hast du denn keinen Humor?
Es gibt Humoristen, die ich sehr mag. Deswegen eifere ich ihnen nach. Schon sehr lange.

Die ständigen Links auf Wikipedia-Artikel wirken reichlich oberlehrerhaft! Ist das wirklich notwendig?
Wenn du’s weißt, zwingt dich ja keiner, den Link aufzurufen.

Ich schätze dein Blog und will es unterstützen!
Fein! Dann mach doch Folgendes:

  1. Sende mir eine aufmunternde E-Mail.
  2. Verlinke die „Weltsicht“.
  3. Schenke mir ein Buch aus meiner Leseliste.

Ich finde dein Blog unverständlich, anmaßend, weltfremd, arrogant etc.!
Dann schreib das bitte so in einem öffentlichen Kommentar zu einem meiner Artikel.

[Veröffentlicht 2012-09-01, letzte Änderung: 2015-02-08]

3 Gedanken zu “Permanently Unasked Questions

  1. Gerhard schreibt:

    „den Spezialwelten der Kreativen und dem Alltag der gewöhnlichen Bürgerin.“
    Finde ich etwas unglücklich formuliert. Das wirkt unnötig abgehoben.

    Experte und Ästhet bist du selbstredend.Ich weiss dennoch, was dir an diesen Begriffen nicht schmeckt.
    Expertentum strebst du an, weil locker zusammengetragenes Wissen zu nichts taugt. Ästhet bist du alleine schon in der sprachlichen Sphäre. Auch in der Genauigkeit. Als Lebenshaltung und -ausstaffierung taugt sie für dich nicht.

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  2. @Gerhard: Danke, gut beobachtet. In der Tat finde ich, dass Menschen, die ästhetische Erfahrung vornehmlich über den Besitz bzw. Konsum schwer zugänglicher, seltener, hipper oder einfach teurer Dinge definieren, am Kern der Sache vorbeigehen.

    Nichts gegen guten Geschmack und Sinn für „Schönes“ bzw. feine Distinktionen – wir alle profitieren täglich davon – aber diese Form von „Ästhetentum“ kratzt meiner Auffassung nach nur an der Oberfläche ästhetischer Erfahrung und führt letztlich in eine Form permanenter Unzufriedenheit und Frustration, denn es gibt ja stets etwas noch Besseres, was man haben muss, um endlich die „richtige“ Erfahrung zu machen. Der Kern ästhetischer Erfahrung ist immateriell, evtl. sogar unbegrifflich und jedenfalls nicht kommodifizierbar. Er steht spiritueller oder religiöser Erfahrung näher als materieller Wunscherfüllung.

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