Weltsicht aus der Nische

Bürger, Musiker, Komponist (autonom, aber vernetzt)

«Synth Remix»

Spektrogramm
Created using GranuLab. Source Material generated with a Kawai K1 II synth:
k1_ii
Composed in 2005 / Elektroakustische Musik

Tonalität und Satellitennavigation

De Komponist Philipp Dollfuss a.k.a. knopfspiel hat verg. Donnerstag eine sehr schöne Reflexion zum Thema “Tonalität” publiziert. Hier meine 2 Lieblingspassagen:

Ich schreibe ja auch viel “spätromantische” Musik; solche, die mir beim Improvisieren unterkommt und die mich irgendwie berührt, so dass ich es als meine Pflicht betrachte, sie nicht wegzuwerfen. … es ist, als würde man versuchen, einen Satelliten um einen Planeten in eine stabile Bahn zu bringen. Ein kleiner Fehler, ein Ausrutschen, und man stürzt ab ins Zentrum und daraus gibt es kein Entkommen mehr. … das Ziel beim Komponieren besteht darin, eine Umlaufbahn zu finden, die noch nicht bereist wurde. Also ist man versucht, allerlei seltsame Schwenker zu machen – aber jeder Schwenker birgt zweierlei Gefahr: Das Verschwinden des Satelliten im All, oder das Abstürzen.

[…] Derweil ist es vielleicht irgendwann nicht mehr wichtig, neue Satellitenbahnen zu finden (Materialexpansion) als vielmehr, herauszufinden, wohin die Reise eigentlich grad gehen soll, und warum man überhaupt reisen will (Gehaltsästhetik).

Sandra + Dennis backstage, 2015

Sandra + Dennis backstage, 2015

“Ökologische Heizanlagen im Dienste der Weltraumfahrt” – Ein Kurzfilm von Ralf Schuster…

…aus dem Jahr 2006, mit mir als Off-Sprecher, viel Spaß :-)

“Ökologische Heizanlagen im Dienste der Weltraumfahrt” ist Teil 1 der “IKMZ-Trilogie” propagandistischer Animationsfilme, die Teile 2 und 3 folgen an den kommenden Montagen. Das IKMZ Cottbus ist Schusters Arbeitsplatz im realen Leben.

Diederichsen über Kunst und Ökonomie

… KünstlerInnen [gefällt] immer öfter das Selbstbild eines Managers, dessen Angestellte die materielle Produktion übernommen haben … Dabei werden … , beispielhaft … an den … Young British Artists zu beobachten, … jene … Vorteile aufgegeben, die über einen selbstreflexiv erweiterten Autonomiediskurs … die Begründung kritischer Positionen erlaubten. Von der Kompetenz für ästhetische Werte aus … war es noch möglich, Kritik an der materiellen Welt zu formulieren. Wer dagegen die Marktgesetze als deren einzige Realität anerkennt, kann nicht einmal mehr die … meist produktive Anmaßung aufbringen, sich in besonderer Weise zuständig zu erklären für politische und andere außerästhetische Belange.

Diedrich Diederichsen: “Kunst und Ökonomie”, in: “Begriffslexikon zur zeitgenössischen Kunst”, 2014 (S. 197)

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