2017-09-10: Der Weltsicht Web Shop ist eröffnet!

Dieser Artikel bleibt aus Werbegründen bis auf Weiteres ganz oben im Blog angepinnt (=sticky post). Für neue Artikel bitte nach unten scrollen. Ich bitte vor allem meine Stamm-LeserInnen dafür um Verständnis. Danke sagt euer Stefan Hetzel 🙂
Screenshot des WeltsichtWebShops. Für größere Ansicht auf bitte auf das Bild klicken. Zum Shop geht es hier.

Ab und zu werde ich gefragt, wie man meine Arbeit als Komponist finanziell unterstützen kann. Da ich kein bildender Künstler bin, kann ich keine haptisch erfahrbaren Werke verkaufen. Zurück zum Verkauf von haptisch erfahrbaren Tonträgern möchte ich aber auch nicht. Darüber hinaus stelle ich seit vielen Jahren alle meine Kompositionen zum freien Anhören und Herunterladen ins Netz.

Wie also die kreative Arbeit monetarisieren?

Nun, ich habe jetzt einen Online-Shop eingerichtet, in dem man Downloads mit ePlayer-Realisierungen meiner Werke kaufen kann. Es handelt sich dabei jedoch nicht einfach um die bereits auf diesem Blog verfügbaren Versionen, sondern neue, klanglich und aufnahmetechnisch komplett überarbeitete Renderings, die Referenz-Realisierungen meiner Musik darstellen.

Mein Preismodell ist simpel: Jede angefangene Minute Musik kostet 50 Cent. Die Preise für einen Download bewegen sich – je nach Länge der Stücke – aktuell zwischen € 8,50 und € 30,50. Das ist deutlich teurer als die üblichen iTunes- oder Amazon-Preise, aber hier geht es ja auch nicht um industriell hergestellte Massenware, sondern um mit extrem hohem Zeitaufwand hergestellte Handarbeit*. Außerdem zahlt ihr – wie gesagt – nicht nur für den Download, sondern es handelt sich auch um eine Geste der Anerkennung meiner kompositorischen Bemühungen.

Der WeltsichtWebShop ist jetzt offen, schaut doch einfach mal rein. Für jeden Download habe ich kurze Previews zum Reinhören hinterlegt. Ihr füllt euren Einkaufskorb, zahlt mit PayPal und sobald ich das Geld erhalten habe, sende ich euch einen temporären Download-Link per E-Mail zu.

Vielen Dank im Voraus für euer Interesse und eure Unterstützung meiner Arbeit 🙂

Zum WeltsichtWebShop geht’s durch Klick auf das ganz linke blaue Bullauge oben auf dieser Seite.


* „Handarbeit“ ist hier nur halb metaphorisch gemeint, denn ich habe ja nicht nur den größten Teil der Musik mit meinen Händen eingespielt, sondern darüber hinaus das Ergebnis auch noch „händisch“ (d. h. mit der Computermaus) nachkorrigert, wo erforderlich.
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Statusmitteilung

„Postmoderne“ – Janusköpfigkeit eines Begriffs

Marci Shore, eine junge Osteuropahistorikerin an der Yale University, publizierte jüngst einen sehr klar argumentierenden Artikel, der darlegt, warum der Alternative Facts-Zynismus Trumps und vor allem Putins durchaus als (unbeabsichtigte) Folge des einst anti-totalitär und aufklärerisch gemeinten Projekts „Postmoderne“ verstanden werden kann.

Dabei nimmt sie – im Gegensatz etwa zu Jordan Peterson – die philosophischen Urheber des postmodernen Denkens Jacques Derrida und Jean-François Lyotard gegen ihre skrupellosen „Erben“ in Schutz:

Derrida himself believed in hospitality, in friendship, in forgiveness. He was not a moral nihilist. Yet today, ideas that originated in the critical sensibility of the Left have been reconfigured as weapons of the Right. The philosophy Derrida conceived as an embracing of responsibility has been appropriated as an abdication of responsibility.

Die basale philosophische Operation des postmodernen Wissens – oder soll man sagen, seine ideologische Grundlage? – formuliert Shore ganz kurz und bündig so…

The postmodern world begins when we move from epistemological uncertainty to ontological uncertainty.

…und führt weiter aus:

If modernity was the attempt to replace God, postmodernity began when we gave up on replacing God, when we accepted that there was neither a God nor a viable surrogate.

So ist es letztlich nur konsequent, dass…

[…] both American capitalism and post-Soviet oligarchy employ the same public relations specialists catering to gangsters with political ambitions.

Im Prinzip war mir die Verwandtschaft von Postmoderne und Public Relation klar, aber Shore bringt diese nicht vollkommen triviale Sachlage besser und verständlicher auf den Punkt, als ich es jemals irgendwo anders gelesen habe. Danke.

„Postmoderne“ – Janusköpfigkeit eines Begriffs

In memoriam Holger Czukay (1938 – 2017): Notwendige Zugabe

Also der „Bänkel Rap“ von 1984 muss dann doch unbedingt noch sein, hat sich doch die Phrase „automatischer Sündenspeicher“ seit diesen Tagen unauslöschlich in mein katholisch erzogenes Hirn eingebrannt. Zweifellos haben wir mit Czukay auch einen talentierten Humoristen verloren 😦

In memoriam Holger Czukay (1938 – 2017): Notwendige Zugabe