vintage electronica by shsmf

[updated 2017-02-23 by S.H.]

In den Nullerjahren habe ich unter dem Pseudonym shsmf (stefan hetzel standard mIDI files) ganz heimlich, still & leise eine Riesenmenge Electronic Listening Music am heimischen Rechner verfertigt. Der Sound wurde massiv geprägt durch Desktop-Soundmodule (die im Musikerjargon auch Rompler oder Expander genannt wurden) von Roland bzw. Edirol – und die sahen so aus:

Der SoundCanvas SC-88 Pro von Roland
Der SoundCanvas SC-88 Pro von Roland aus dem Jahr 1997
Der StudioCanvas SD-90 von Edirol aus dem Jahr 2001
Der StudioCanvas SD-90 von Edirol aus dem Jahr 2001

Diese canvases (=“Leinwände“) enthielten eine Unzahl von teils brillanten, teils eigenwilligen und teils schlicht fremdartigen Samples aus sehr unterschiedlichen musikalischen Provinzen – mit deutlichem Schwerpunkt auf dem Geschmack japanischer gamer, der mir damals äußerst exotisch erschien, denn ich habe mich für Computerspiele niemals interessiert und kannte diese Klangwelt nicht. Aber gerade, weil ich sie als so sperrig empfand (und weil sie nur bedingt modifizierbar waren, denn, wie gesagt, ich arbeitete mit Romplern, nicht mit Samplern), stachelten diese mittlerweile längst schon wieder historischen Sample-Archive meinen schöpferischen Ehrgeiz nachhaltig an und so verfertigte ich zwischen 2000 und 2012 insgesamt 43 (!) Tracks mit einer Gesamtdauer von knapp 5 Stunden, die, manchmal unter Einbeziehung zugekaufter Drumloops, hemmungslos aktuelle subkulturelle Musikgenres ausbeuteten und mit einer gelegentlichen Prise Jazz weiter aufzupeppen versuchten. Dirty Fun! Schließlich fasste ich den ganzen Haufen in vier Sammlungen zusammen:

  • ambient (Rollenmodell „Ambient Music à la Aphex Twin“)
  • line groover (Rollenmodell „Techno“/“House“)
  • money jungle (Rollenmodell „Drum & Bass“)
  • ordinary music (Rollenmodell „Ambient Music à la Brian Eno“)

Wer einfach mal reinhören will, für die gibt’s hier chronologisch sortierte Mixes jeder Sammlung…




…und wer’s ganz genau wissen will, bekommt hier die 43 Einzeltracks:

  • ambient (17 Tracks, ##1 – 17)
  • line groover (9 Tracks, ##18 – 26)
  • money jungle (11 Tracks, ##27 – 37)
  • ordinary music (6 Tracks, ##38 – 43)

Um auf alle Stücke Zugriff zu haben, bitte den Scrollbalken am rechten Fensterrand benutzen.

Nachbetrachtung 2017

Ich höre diese Arbeiten heute selten, aber immer noch gerne. Sie sind „Kraut & Rüben“ im besten Sinn: Einiges hat sich gut gehalten, Anderes ödet mich jetzt eher ein wenig an, wieder Anderes wirkt, vor allem wg. der sehr zeittypischen und mittlerweile komplett nach vintage klingenden Sounds, einfach lustig und skurril. Ein Spaß ist es in jedem Fall – vielleicht ja auch für euch?

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Ein Gedanke zu “vintage electronica by shsmf

  1. Einiges hatte ich mir ja schon mal angehört. „Small insect“ etwa. Erinnere mich gerade an den Titel, weil ich mittlerweile ein entspanntes und neugieriges Verhältnis zu Insekten habe. Ich meine mich auch zu erinnern, daß das Stück hier auch mal solo vorgestellt wurde – zusammen mit einem entspr. Foto.
    Daß Dich manches „ein wenig anödet“, scheint mir völlig normal.

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