Holm Friebe über Digitalisierung und Bewusstsein (indirekt)

Vortrag vom 8. Mai 2014:

Die souveräne Art, wie Friebe mit dem performativen Selbstwiderspruch seines ganzen Projekts umgeht – ein Buch über den Wert des Nichthandelns zu veröffentlichen ist ja nichts anderes als eine Handlung – macht diesen Vortrag auch auf einer äh, Meta-Ebene unterhaltsam.

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Holm Friebe über Digitalisierung und Bewusstsein (indirekt)

Der Bundesnetzpräsident predigt der Bundesnetzgemeinde

King Lobo, der Oberblogger Kolumnist auf SPIEGEL ONLINE und ansonsten eher Gelegenheitsblogger, ist von dieser seiner eigenen Ansprache auf der diesjährigen re:publica tief bewegt – was sich (wer ihn kennt, weiß das) im Verlauf der Rede sogar noch steigert. Im Endeffekt sind ihm aber das überlegene Grinsen und der lässige Spott tatsächlich gründlich vergangen. Ende der Party. Schluss mit lustig. Jetzt bitte erwachsen werden. Undsoweiter.

Sein Marcuse-Zitat von der eingebauten Herrschaftsfreundlichkeit jeglicher Technologie halte ich für wenig zielführend. Genausogut könnte man feststellen: „Jede Treppe verfügt über eine eingebaute Aufstiegsfreundlichkeit.“ Es dient aber wohl eher dazu, auch dem letzten Cyberpunk klar zu machen, dass nicht nur die Musik, sondern auch die Technologie eine Prostituierte, d. h. ein willfähriges Tool ohne eigenen ethischen Kompass, ist

Lobos Tonfall nähert sich immer mehr dem von Joachim Gauck an, es ist nicht mehr der des zornigen jungen Mannes, des aufstrebenden Entrepreneurs oder auch des technophilen Revolutionärs, sondern der des Predigers, des Bußpredigers gar: „Kehret um und tuet Buße, dann werden euch eure Sünden verziehen. Denn sehet, auch ich war ein Sünder, doch durch die Gnade des Herrn wurde ich zur Einsicht geführet. Itzo kommet auch ihr zur Einsicht und öffnet eure Herzen und eure Geldbeutel.“ (In diesem Fall für Organisationen, die sich der Bewahrung des „freien Internets“ – was immer das ist – verpflichtet fühlen.)

Einmal entschlüpft Lobo sogar die Formulierung, man solle doch bitte für die „Unversehrtheit der digitalen Vernetzung“ kämpfen (bei 1:04:20). Als habe so etwas jemals existiert.

Kurz, der Vortrag teilt uns viel über die momentane Befindlichkeit des Vortragenden, aber wenig über mögliche (d. h., ebenso wünschenswerte wie praktikable) Zukünfte der Soziodigitalisierung mit. Dennoch – oder gerade deswegen – ist er markant und deshalb hörenswert.

Ich habe diesen Artikel zeitgleich in meinem Community-Blog beim Freitag veröffentlicht. Die Debatte dazu lässst sich hier verfolgen.

Der Bundesnetzpräsident predigt der Bundesnetzgemeinde

Michael Seemann über Alternativen zu Facebook

Vortrag vom 6. Mai 2014:

Das Brillante an Seemann ist, dass er (soweit ich das beurteilen kann) programmiertechnisches Detailwissen (und – vermutlich – auch Können) mit soziokultureller awareness verbinden kann. Die meisten re:publica-ReferentInnen sind ja entweder Nerds mit inadäquaten bzw. unterkomplexen Vorstellungen über die Regeln des Politischen oder aber ehrenwerte Polit-AktivistInnen mit inadäquatem bzw. unterkomplexem Wissen über Technologie. In diesem Sinn ist Seemann „gefährlich“, will sagen, sollte er eines Tages (bitte bald!) das, was er empfindet und weiß, in konsistenter Form publizieren können (er arbeitet derzeit an seinem ersten (!) Buch), wird’s mächtig knallen (die Prophezeiung gönne ich mir hier mal ausnahmsweise).

Zu Michael Seemans Weblog.

Michael Seemann über Alternativen zu Facebook

2 Feeds zur re:publica 2014

Banner re:publica 2014Wer bei der diesjährigen re:publica den Überblick behalten möchte, kann sich dabei von folgenden RSS-Feeds helfen lassen:

re:publica@YouTube listet die Videos aller von den Veranstaltern selbst auf YouTube eingestellten Vorträge.

dctpTV@YouTube listet die komplette Berichterstattung dieses WebTV-Senders über die re:publica 2014.

Zum Ansehen dieser Feeds empfehle ich den Feedreader RSSOwl.

2 Feeds zur re:publica 2014

Kreidlers re:publica am 6. Mai

Banner re:publica 2014Im Blog von Johannes Kreidler las ich vor einigen Tagen:

Demnächst startet wieder die jährliche Bloggerkonferenz re:publica. Diesmal wird die Konferenz von voicerepublic.com übertragen und ich werde im Anschluss an den mit Spannung erwarteten Vortrag von Sascha Lobo am 6.5. um 17.30h dort mit allen, die dabei sein wollen, diskutieren.

Andere Vorträge wird Stefan Hetzel nach-diskutieren.

Voicerepublic hat auch die letztens stattgefundene Darmstädter Frühjahrstagung für Neue Musik übertragen und kann allgemein als Dienstleister zB für die Übertragung von Konferenzen im Netz verstanden werden. Ich habe mich schon oft geärgert und mit Veranstaltern darüber gesprochen, dass Konferenzen und Symposien, die ja doch einiges Geld kosten und wo nachher aber oft nur 15 Hansel im Publikum sitzen, nicht online gestellt werden, wo es bestimmt noch ein paar Leute mehr gibt, die sich für die Vorträge interessieren würden. Da heißt es oft, das ist ihnen zu viel Aufwand. Dann mögen sie bitte in Zukunft sich an voicerepublic.com wenden!

Voicerepublic wurde neben anderen vom Komponisten Patrick Frank gegründet, der dazu in der letzten Ausgabe der Neuen Zeitschrift für Musik einen Artikel geschrieben hat.

Gut, dann befinde ich mich bei VoiceRepublic ja in bester Gesellschaft 🙂

Kreidlers re:publica am 6. Mai