Weltsicht aus der Nische

Bürger, Musiker, Komponist (autonom, aber vernetzt)

«unten [ambient 13]»

«unten» ist ein elektronisch begleitetes E-Bass-Solo des Titanic-Grafikers und DIE PARTEI-Mitglieds Thomas Hintner aus dem Jahr 2006. Die Sounds wurden hauptsächlich mit dem Software-Synthesizer Chaosynth (längst verschollen, leider :-() generiert.

badland, 2014

badland, 2014

Das volllinke probono-Magazin…

…erfrischt wie stets mit Meinungsstärke; Küppersbuschs Klampferei ist wirklich gruselig; nur schade, dass diesmal Lukas Heinser nicht dabei ist:

«2005» visualisiert

«2005» is an orchestral composition for Strings (Violas and Double Basses only), Brass (3 Trumpets, 3 Trombones, 8(!) French Horns), Percussion (Vibraphone, Gongs, Crotales, Rails, Wind Chimes and – last not least – a Thundersheet) and a Piano, which is tuned one quarter-tone (50 cents) lower than all other instruments. The composition’s name fills a gap in the «Jahreszahlen» series. Back in 2005, I worked on a composition that primarily was called «2005», but it developed in another direction and was renamed to «Cello Scene». Later on, I continued the «Jahreszahlen» series with «2006» and so the gap came into being.

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Ok, sicher nicht mein fröhlichstes Stück. Es entstand nicht, wie der Titel suggerieren mag,  im Jahr 2005, beschreibt auch nicht irgendwelche Stimmungslagen, denen ich in diesem Jahr ausgesetzt war (zumindest nicht bewusst). Der Titel füllt lediglich numerisch inkrementell die Lücke zwischen den bereits bestehenden Kompositionen «2004» und – Überraschung! – «2006», das Stück entstand aber erst im Jahr 2010.

Ja, «2005» kommt düster rüber, ich weiß. Ab 6’10” geht dann praktisch gar nichts mehr – irgendwie vergeht Zeit, aber eigentlich ist alles eingefroren – bei “vollem Bewusstein”, sozusagen. Bin im Nachhinein jedoch speziell mit dieser Passage – obwohl bzw. gerade weil sie in mir regelmäßig Beklemmung auslöst – sehr zufrieden, liefert sie doch ein recht präzises musikalisches Analogon zum Bewusstseinszustand der Depression, wie ich ihn leider mitunter erfahren musste. Entgegen landläufiger Meinung hat “eine Depression haben” ja nichts mit Traurigsein zu tun, sondern mit der restlosen und äußerst qualvollen Abwesenheit von Gefühlen (Nebenbemerkung: Es entsteht hierbei das logische Problem, dass das Empfinden der Abwesenheit von Gefühlen ja eigentlich selbst ein Gefühl sein müsste – es ist ja Unsinn, zu sagen: “Ich fühle, dass ich nichts fühle”. Aber exakt das ist Depression.)

Der suizidale Philosoph Otto Weininger hat diesen Zustand einmal treffend als “das Gefühl des Gestorbenseins” bezeichnet, David Foster Wallace, der sich ebenfalls das Leben nahm, formulierte einmal sinngemäß “Für den Depressiven bekommen selbst die Dinge Zähne.”

Also, Triggerwarnung hier: «2005» ist ein von der Depression handelndes Orchesterstück, es kann sein, dass es entsprechend sensiblen HörerInnen auf’s Gemüt schlägt. Hörer, denen Depressionen fremd sind, gibt es aber – zumindest wäre das meine Hoffnung – eine in Musik übersetzte Innensicht dieser verheerenden Gemütslage und somit vielleicht ein besseres Verständnis des Phänomens.

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Download des Videos in hoher Qualität hier.

«springbreak [ordinary music 05]»

Samples: SC-88 Pro, Entstehungsjahr: 2006 / electronica

Old School Easy Listening Electronica von fast verbotener Heiterkeit. Und schöön lang :-) Scheiße muss ich damals gut drauf gewesen sein… Die (MIDI-)Gitarre ist natürlich stark von Robert Fripps Crosspicking-Technik beeinflusst.

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