Weltsicht aus der Nische

Bürger, Musiker, Komponist (autonom, aber vernetzt)

Seemanns “Neues Spiel” ist draußen…

kontrollverlust…und hier zu kaufen bzw. kostenlos herunterzuladen. Ich bin grade am Lesen und recht begeistert. Bis zur Rezension dauert’s aber noch ein wenig, da ich derzeit erkältungsbedingt das Bett hüten muss und recht wenig intellektuelle Energie verspüre.

Verweise deshalb auf meinen Artikel aus dem Januar diesen Jahres, der die Kernthesen dieses Sachbuchs in eigenen, etwas zugespitzten Worten zusammenzufassen versucht.

(Ok, vorab soviel: Das Buch ist gelungen, die Sprache klar, die Argumentationen überzeugend. Weitschweifigkeiten fehlen – was will man mehr?)

Und jetzt wieder ins Bett, mit Kamillentee und Lutschpastillen :-(

Impression (Würzburg), 2014

Impression (Würzburg), 2014

Antihysterische Infografik

Risiken
Dieses sehr schön animierte GIF habe ich 2014-10-19 in Thomas Steinschneids Blog “Die Wahrheit über die Wahrheit” gefunden.

«Wüstenkunstsuite» für (MIDI-) Ensemble…

 

…enthält sämtliche Musik, die ich für Ralf Schusters aktuellen Trash-Krimi “Kunst in der Wüste” komponiert habe. (Schuster brilliert dort einmal mehr als lebenskluger, schlampiger und von seiner Umgebung stets fahrlässig unterschätzter Kommissar Schlemmer, der diesmal unsauberen Machenschaften in der dubiosen Welt des zeitgenössischen Galerienwesens in einer ostdeutschen Mittelstadt auf die Spur kommt. Die Explosion zu Beginn markiert das überraschende Lebensende eines Kunstliebhabers, mehr sei nicht verraten).

Die Suite besteht aus vier recht heterogenen Teilen, dem orgellastigen “Schlemmerthema” (Ich identifiziere Schuster als Filmfigur stets mit der Orgel, und zwar speziell mit der sog. “billigen Heimorgel” der deutschen Nachkriegszeit), dem Ennio-Morricone-inspirierten “Zombiethema” (vgl. dessen Musik für “C’era una volta il West“), dem Industrial-artigen “Wolfsthema” (der Bösewicht des Films heißt Wolf; die Drumsounds stammen vom TR-909), sowie dem “Kunstthema”, das die vom mir sehr geliebte Barmusik aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts frei nachempfindet (Vibraphon mit viel Tremolo, Klavier, gezupfter Kontrabass). Die Melodie des Kunstthemas wurde vom Regisseur vorgegeben, sie entstammt seinem Song “Kunst und Durst”.

«untitled [ambient 11]»

Samples: SC-88 Pro, Algorithmen: Tangent, Entstehungsjahr: 2003 / electronica

Das Stück lässt zwei heterogene, aber durchaus heteronome musikalische Ausdrucksformen frei nebeneinanderherlaufen: Eine ruhige, mikrotonal nachbearbeitete Synthesizertextur, die mithilfe der algorithmischen Kompositions-Software “Tangent” erstellt wurde und hektische perkussive Sample-Einsprengsel, die ich auf einem MIDI-Keyboard darüberimprovisierte.

Das Unangenehme an «untitled [ambient 11]» 11 ist, dass sich die Spannung zwischen den beiden Klangströmen nicht auflöst, es gibt keine Entwicklung, keine Synthese. Doch exakt das wollte ich ausdrücken.

Ambient music wird ja allzu oft rein funktional verstanden (Musik zum Aufwachen, zum Liebemachen, zum Arbeiten, zum Meditieren, zum Sportmachen, zum Einschlafen etc.), d. h., sie soll die Hörerin manipulieren, in eine ganz bestimmte Bewusstseinslage bringen bzw. dafür sorgen, dass – im vulgärneoliberalen Jargon – “die Dinge noch besser flutschen”.

Dass dieses Genre auch expressiv genutzt werden kann, ist weniger bekannt (“Expressiv” heißt hier, dass der Komponist dysfunktionale Stimmungslagen zum Ausdruck bringt, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, welche Resonanzen dies bei der Hörerin auslöst).

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 52 Followern an