Software der Woche | KW 03 | Google Drive für Bookmarks nutzen

Wer das Internet nicht nur zum Quatschen nutzt, sondern als Wissensquelle, braucht Bookmarks. Und schon geht der Ärger los. Vier Sachen, die ich schon erlebt habe:

  1. Ich wechsle den Browser und meine über Monate, wenn nicht Jahre eifrig angehäuften und systematisch strukturierten dort gespeicherten Bookmarks gehen bei der überraschend nicht-trivialen Migration von Browser A nach Browser B verloren.
  2. Ich war gezwungen, einen neuen Rechner zu kaufen und meine über Monate … (siehe Punkt 1)
  3. Ich finde endlich den einen Link, den schon ewig suche, aber leider sitze ich gerade am Rechner einer Freundin oder sonstwo, also kritzle ich die komplexe URL in mein Notizbuch – aber leider unterläuft mir dabei ein winziger Schreibfehler, so dass der Link später partout nicht mehr auffindbar ist.
  4. Ich möchte einem Freund nicht nur einen, sondern einen ganzen Komplex von Links zukommen lassen und zu jedem Link auch etwas mitteilen. Außerdem interessiert mich, was der Freund zu den Links zu sagen hat.

Die Lösung all dieser Probleme heißt Google Drive, und jede, die bsp.weise einen YouTube-Account hat, kann diesen Service kostenlos nutzen. Google Drive ist natürlich zuallererst mal eine Cloud für jedermann, also eine schlichte Dateiabladekippe „im Netz“.

Mit der App „Google Docs“ gibt es dort aber auch die Möglichkeit, Textdokumente wie in MS Word zu verfassen. Mit dem subtilen Unterschied, dass dieses Dokument dann eben „in der Cloud“ steht, ich also bsp.weise den endlich gefundenen Mega-Link gleich dort an der richtigen Stelle reinkopieren kann, was – vorausgesetzt, ich habe meine Google-Zugangsdaten parat – obenstehendes Problem 3 für alle Zeiten löst. Und die restlichen drei auch.

Snapshot meiner Bookmark-Sammlung auf Google Drive in Form eines Google Doc-Dokuments. Die Struktur ist selbsterklärend, oder?

Ich nutze Google Drive bereits seit mehreren Jahren auf diese Art und Weise ohne Probleme. Einzig die Ladezeit beim erstmaligen Aufruf des Google Doc-Dokuments kann sich ein wenig ziehen und manchmal aktualisiert das Dokument auch nicht schnell genug, wenn man was sehr schnell reintippt, aber das hält sich in Grenzen und hat natürlich auch mit der Bandbreite des jeweiligen Internet-Zugangs zu tun.

Leider habe den Link nicht mehr, der mich damals auf die Idee brachte, meine Bookmarks in der Cloud zu speichern, denn er ist mit irgendeinem Browser vergangener Tage verlorengegangen 😉

Veröffentlicht von Google
Getestet unter Windows 7, Windows 8.1 with Bing 32-Bit
Download-URL entfällt, da es nichts downzuloaden gibt. Einfach „Google Drive“ in eine Suchmaschine eingeben und den Anweisungen folgen. Voraussetzung ist ein Google-Account.
Nerdizität (0 – 10) 3
Preis kostenlos
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«dozing the day away and it’s great (ambient 19)», 2019

(SH) Still Life (EIB), 2010

Klänge von Sinnah (Liqih 2016 ff.) und DarknessTheory (DSK 2008)
well-tuned nach La Monte Young
verarbeitet mit Cubase SE
und faltungsverhallt mit Medium Stairwell

Kompositionsnotiz

philosophisch

Dieser Track ist eine Hommage an das Dösen, dessen philosophische Relevanz zu selten thematisiert wird. Eine löbliche Ausnahme bildete mein philosophischer Lehrer Prof. Dr. G. Schulte, Uni Köln – der das Wort allerdings „Dääösen“ aussprach. Ich habe den Klang zwar noch genau im Ohr, er lässt sich orthographisch aber nicht abbilden.

Die Philosophen, denen ich mich am Nächsten fühle, also etwa Jankélévitch, Stirner, Wittgenstein, …, sind anti-philosophische Fragensteller bzw. „gescheiterte“ Künstler, nicht aber Antwortgeber wie Hegel, Lehmann, Luhmann, …

Letztere schätze ich zwar ebenso, aber ich fühle mich ihnen nicht so nah, denn sie sind Systembauer und dazu habe ich keine Lust, will sagen, ich kann mich zwar bis zu einem gewissen Grad in sie hineindenken, um ihre enormen Leistungen angemessen bewundern zu können, aber ich verspüre keinen Antrieb, sie nachzuahmen.

Keine Ahnung, ob Professor Schulte ein im konventionellen Sinn „guter“ Philosoph war, wohl eher nicht (hieß es), aber nur, soviel war mir stets klar, weil er das nicht wollte, das ganze Fach, die ganze Tradition, war ihm in höchstem Maße suspekt, obwohl oder gerade weil ihm die Unternehmung an sich extrem wichtig war und so heißt eines seiner bekannteren Bücher auch „Hauptsache Philosophie“.

Jedenfalls verdanke ich ihm nicht nur die Frage nach der philosophischen Relevanz des Däösens – seine Antwort erinnere ich nicht mehr –, sondern auch, noch wichtiger, die Frage nach der philosophischen Relevanz des „stundenlangen Klavierspielens, ohne aufhören zu können“. Auch hier erinnere ich mich an keine Antwort und ich weiß auch nicht, ob Schulte persönliche Erfahrungen mit stundenlangem Klavierspielen-ohne-aufhören-zu-können hatte. Es schien aber möglich zu sein.

Jedenfalls stand bei ihm zuhause ein Flügel und er forderte mich zum Improvisieren auf, als ich um 1990 herum zum Nachmittagskaffee bei ihm in der Emmastraße zu Köln eingeladen war und ihm unvorsichtigerweise erzählt hatte, ich improvisierte gerne auf dem Klavier. Aus Verklemmtheit lehnte ich seine Bitte damals ab – was ich heute bereue.

«dozing the day away and it’s great (ambient 19)» liefert eine eigene Antwort auf die Frage nach der Relevanz des Dääösens, aber es ist eine a-semantische, wortlose, musikalische – sprachlos, aber nicht sinnlos.

musikalisch-technisch

Die flötenähnlichen Klänge wurden ausschließlich mit dem freien Software-Synthesizer „Sinnah“ generiert, der nach meinem Wissen keine Samples verwendet (zumindest umfasst das Programm nur 942 KB, wo passen da Samples rein?). Eine ganz erstaunliche Leistung des Autors Liqih und des Nutzers SW, von dem das ursprüngliche Preset „Flute scrape“ stammt, dankeschön!

Der Drone (Basston) wurde mit Hilfe von DSKs Softsynth „DarknessTheory“ generiert, der, ob beabsichtigt oder nicht, so ziemlich alle Klischees heutiger Horrorfilmmusik zu reproduzieren vermag. Mich reizte die Idee, mit derart „belasteten“ Presets zu arbeiten, um aus ihnen etwas ästhetisch Reizvolleres zu machen, ohne dass ihre popkulturelle Herkunft komplett verschleiert wird (Ohne Klischees keine Ästhetik.).

Technischer Hinweis: Der Track enthält mehrere mehrsekündige Pausen.

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