Kunstmusik* im Radio: Wo? Wann?

Die Antwort auf diese Fragen habe ich auf Anregung von Johannes Kreidler und mithilfe von Vorarbeit von Martin Hufner mal auf dieser neuen Unterseite der Weltsicht zusammengetragen:

https://stefanhetzel.wordpress.com/kunstmusikoeffentlich-rechtlicher-rundfunk/

Es gibt demzufolge mindestens 5 RSS-Feeds öffentlich-rechtlicher Radiosender, die ausschließlich der Verbreitung von Kunstmusik dienen:

Gar nicht mal so schlecht.


* „Aber warum sprichst du von ‚Kunstmusik‘, wo doch ‚Neue Musik‘ gemeint ist?“ – Weil es der allgemeinere und dennoch genauere Begriff ist, denn Kunstmusik umfasst sowohl die historische „Neue Musik“ der (vor allem bundesdeutschen) Nachkriegszeit, als auch Zeitgenössische Musik, Minimal Music, Elektroakustische Musik, Klanginstallationen, Sound Art, Aktuelle Musik, Akute Musik, Atopische Musik, Moderne Klassik, E-Musik, Elektronische Musik, Akusmatische Musik, Konkrete Musik, Experimentelle Musik, Computermusik, Algorithmische Musik, Konzeptmusik, Improvisierte Musik, Aleatorische Musik, Serielle Musik, Sound Performances und Zeitgenössische Klassik. Weitere Gründe hier.
Kunstmusik* im Radio: Wo? Wann?

Video der Woche : KW 08 : Steve Reich: „Music for a Large Ensemble“, 1978

Streckenweise halsbrecherisch rasante* und couragierte Interpretation dieses verteufelt schwer zu spielenden, geradezu brutal „metronomischen“ und nicht ganz so oft aufgeführten Werks, das Reich aus unklaren Gründen für eines seiner schwächeren Stücke hält. Ich ziehe diese Interpretation aus dem vergangenen Jahr der Originaleinspielung von Steve Reich and Musicians aus der Entstehungszeit der Komposition vor: Sie ist – trotz einiger deutlicher Patzer, aber mein Gott, es ist ein Live-Mitschnitt! – präziser gespielt und zudem deutlich transparenter aufgenommen. Gratulation an Christopher Stark und das Multi-Story Orchestra!

Die 360°-Kamera lässt sich mit dem Regler oben links im Video steuern – und das macht definitiv Spaß. Näher kann man einem Klangkörper kaum kommen. „Music for a Large Ensemble“ eignet sich aufgrund seiner extrem hohen Ereignisdichte für eine derartige Beobachtungsperspektive natürlich besonders gut. Allein die vierhändig Klavierspielenden beim geschickten Ausweichen zu beobachten ist die Sache wert!

Das Video ist mit einer Maximalauflösng von „4K“, also einer Bildhöhe von 2.160 Pixel in YouTube eingestellt worden. Macht dann über ein Gigabyte an Daten für eine gute Viertelstunde Video. Wo mein aktueller Monitor doch nur 900 Pixel kann. Es empfiehlt sich, die höchste ruckelfreie Auflösung zu wählen, sonst ist das Bild etwas unscharf. So langsam beginnt ein schneller Internet-Anschluss Sinn zu machen …

… & meine Hommage an diese Werkphase des Meisters, die Orchesterkomposition „2006“ (ePlayer-Realisierung inkl. eigener Visualisierung):


* Dauer ca. 14’40“, die Originaleinspielung von S.R. & Musicians dauert rund 50 Sekunden länger!
Video der Woche : KW 08 : Steve Reich: „Music for a Large Ensemble“, 1978