Europa zwischen den USA und China

Der deutsche Bundeswehr-Prof mit italienischen Wurzeln Carlo Masala ist durch diverse Talkshow-Auftritte zum Russisch-Ukrainischen Krieg in kurzer Zeit recht bekannt geworden, obwohl er dessen Verlauf genau so falsch eingeschätzt hat wie seine Kollegen. Mittlerweile ist er aber erstaunlicherweise doch zum Drosten dieses Themas geworden. Der zweistündige Podcast mit Jagoda Marinic vom 23. September diesen Jahres zeigt, warum: Er ist in der Lage, über ein komplexes Thema wie Geopolitik verständlich zu sprechen, ohne dass die Zuhörerin den Eindruck bekommt, für dumm verkauft zu werden. Er doziert weder vom Katheter herab, noch biedert er sich an.

Carlo Masala – Die neue Welt(un)ordnung FREIHEIT DELUXE mit Jagoda Marinic

Der Zerfall der noch herrschenden „liberalen Weltordnung“ unter Führung der USA, so Masala, sei nicht mehr aufzuhalten. Sie wird abgelöst durch eine bipolare Welt der Akteure China und USA, die sich aber beide nicht mehr verpflichtet sehen werden, global Verantwortung zu übernehmen, wie das die USA und die Sowjetunion angesichts der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges noch taten ( vgl. NATO und Warschauer Pakt als Akteure eines „Gleichgewichts des Schreckens“). Vielmehr sieht er eine Weltordnung der Einflusssphären wie zu Zeiten des Wiener Kongresses zurückkehren: Jede der beiden Großmächte sorgt für Ordnung im eigenen Lager, ohne sich um das Große Ganze zu kümmern.

Das ist eine einigermaßen desaströse Perspektive, vor allem auch unter Klimaschutzaspekten. In Masalas ein wenig kneipenkumpelhafter Vortragsart klingt sie allerdings gar nicht so schlimm. Falls das jemanden tröstet.

Tom Browne „Funkin‘ for Jamaica (N.Y.)“ (1981)

Und hier das Original zum japanischen Remix von gestern: weniger Raffinesse, aber viel mehr Spaß. Die fantastische Sängerin und Co-Komponistin heißt Tonni Smith (laut Browne stammen sowohl Melodie als auch Text von ihr), leider verstarb sie im Januar diesen Jahres. „Jamaica“ steht übrigens nicht für die Karibik-Insel, sondern die neighbourhood innerhalb des New Yorker Stadtviertels Queens, in der Browne aufwuchs. Und Donald Trump übrigens auch. Also – wie so oft in einer Großstadt – mischen sich auch hier Licht & Schatten auf kleinstem Raum.

Das Video ist übrigens teilweise ein Fake, denn der Keyboarder ist definitiv nicht Dave Grusin, wie in den Liner Notes angegeben und der Bassist ist auch nicht Marcus Miller. Außerdem höre ich im Bläsersatz nur Trompeten, aber keine Posaune und auch kein Saxofon. Nur Browne und Smith sind „echt“. Meine Theorie: Die haben den fertigen Song mit irgendwelchen Dudes aus der Neighourhood nachgestellt, nachdem die vermutlich damals schon superteuren und superbeschäftigten Studiomusiker Grusin & Miller längst nicht mehr zur Verfügung standen. Kackdreist, aber in der Umsetzung dann auch wieder charmant.

Kulturkampf in den USA: Steven Bonnell vs. Jesse Lee Peterson

Der folgende, hm, Gedankenaustausch aus dem Jahr 2019 hat eine Qualität, die die Gegenwarts-US-Amerikanerin gemeinhin als hilarious bezeichnet. Hilarious mit „lustig“ zu übersetzen, ist aber irreführend bzw. unzureichend. Das teutonische „urkomisch“ trifft’s auch nicht. „Zum Schreien“ ist schon besser. Noch besser ist vielleicht „krass“ oder „abartig“.

So richtig hilarious ist das Video aber auf den zweiten Blick zumindest nicht ausschließlich, zeigt es doch schlaglichtartig Struktur & Niveau des die USA seit vielen Jahren diskursiv beherrschenden und erschöpfenden Kulturkampfs zwischen Conservatives und Liberals auf. Wiederum wäre es hier irreführend bzw. unzureichend, Conservatives mit „Konservative“ und Liberals mit „Liberale“ zu übersetzen.

US-amerikanische Conservatives sind entweder evangelikale Christen, Libertäre, Rassisten oder Maskulisten bzw. eine Mischung dieser Bestandteile. Dazu kommen jeweils unterschiedlich große Beimischungen liberaler Weltsicht.

Im Zentrum evangelikalen Christentums steht das sog. Wohlstandevangelium aka prosperity gospel. Wie gut es jemandem materiell oder gesundheitlich geht, sei ein direkter Spiegel göttlicher Gunst. Demzufolge gebe es so etwas wie unverschuldete Verarmung oder Krankheit nicht. Wer bsp.weise an Krebs erkranke, müsse vorher gesündigt haben. – Libertäres Denken glaubt, dass ausschließlich Individuen schöpferisch sein können. So etwas wie Gemeinwohl gebe es nicht, sehr wohl aber den permanenten Kampf aller gegen alle, aus dem stets der „schöpferischste“ siegreich hervorgehe. Staatliche Strukturen mitsamt ihres Steuersystems seien bestenfalls ein notwendiges Übel und sollten nach Möglichkeit minimiert oder komplett abgeschafft werden. – Rassisten glauben an eine objektiv begründbare Ungleichheit unter diversen Menschengruppen, die sie nach äußerlichen Merkmalen wie Hautfarbe und Gesichtszügen definieren. Häufig wird bsp.weise von sog. white supremacists geäußert, Schwarze seien, wie IQ-Tests zeigten, von Natur aus dümmer als alle anderen Menschengruppen, weswegen ihre institutionelle Gleichbehandlung oder gar Förderung Geldverschwendung sei. – Maskulisten schließlich glauben an die biologische Überlegenheit des Mannes gegenüber der Frau, deren gesellschaftliche Rolle sich deshalb auf die Erfüllung sexueller Wünsche von Männern sowie Geburt und Aufzucht von Kindern zu beschränken habe.

US-amerikanische Conservatives hätten in der CDU keinen Platz und in der CSU vermutlich auch nicht. Ihre Weltsichten stellen keine legitime Position innerhalb einer modernen rechtsstaatlichen Ordnung dar, sondern befinden sich in fundamentaler Opposition zu ihr.

Was sie bei aller Binnendifferenzierung eint, ist eine Fetischisierung der Differenz. Ich unterscheide mich, also bin ich. Aus der zweifellos bestehenden Unterschiedlichkeit der Menschen leiten sie deren Ungleichbehandung ab.

Im Gegensatz zu vielen Liberals habe ich übrigens kein Problem damit, sollte irgendwann wissenschaftlich bewiesen werden, dass tatsächlich Unterschiede im Durchschnitts-IQ zwischen diversen Menschengruppen festgestellt werden. Das Prinzip der Gleichbehandlung wird damit ja nicht außer Kraft gesetzt. Das Problem ist nie die unterschiedliche durchschnittliche Talentiertheit von Menschengruppen, sondern deren soziokulturelle Implikationen. So können es White Supremacists bsp.weise nicht ertragen, dass aschkenasische Juden unter den Nobelpreisträgern weit überrepräsentiert sind – das muss dann ja wohl der endgültige Beweis für die jüdische Weltverschwörung sein. Andererseits ist ihnen die Tatsache, dass noch nie ein Schwarzer den Physik-Nobelpreis erhielt der für alle Zeiten gültige Beweis, dass der IQ schwarzer Menschen einfach niedriger sei als der aller anderen Menschengruppen. Auf die Idee, dass aschkenasische Jüdinnen vielleicht einfach im Durchschnitt talentierter für abstrakt-mathematisches Denken sein könnten, kommen sie nicht, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Andererseits kommen sie auch nicht auf die Idee, dass die Nicht-Existenz schwarzer Physik-Nobelpreisträger etwas mit unterschiedlichen Bildungschancen zu tun haben könnte – weil auch das einfach nicht der Grund sein kann.

Im Gegensatz zu den ultra-reaktionären US-amerikanischen Conservatives sind die Liberals des Landes genau das, was man sich auch weltweit unter liberal gesinnten Menschen vorstellt. Sie treten ein für

  • die Trennung von Staat und Religionen bzw. eine religiöse Indifferenz des Staates (Ist mit evangelikalen Christen nicht zu machen. Der Staat habe stets auf Seiten der Religion zu stehen.)
  • eine weltanschaulich neutrale Justiz (Ist mit evangelikalen Christen ebenfalls nicht zu machen. Die Rechtsprechung habe sich an biblischen Grundsätzen zu orientieren. Alles andere habe sich dem bedingungslos unterzuordnen.)
  • eine steuerlich finanzierte medizinische Grundversorgung aller Staatsbürger:innen (Horrorvorstellung für Libertäre. Die geringverdienende Diabetikerin hat bestenfalls die charity Besserverdienender zu erwarten.)
  • die Gleichbehandlung aller Staatsbürger vor dem Gesetz (Alptraum aller Rassisten, da so der biologischen Überlegenheit ihrer Gruppe nicht Rechnung getragen werde. Die Gleichbehandlung von Ungleichem führe zu einer „Degeneration“ der Gesellschaft.)
  • das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Alptraum aller Maskulisten, da der natürlichen biologischen Überlegenheit des Mannes schwerer Schaden zugefügt werde, wenn sich bsp.weise Frauen ihrer Pflicht zu vielfacher Mutterschaft entziehen könnten.)

Ich führe diese allgemein bekannten Punkte deshalb hier so ausführlich auf, weil es selbst in der linksliberalen US-Presse leider fast ausschließlich um die Verteidigung von Gruppenrechten geht, wenn über Liberalism diskutiert wird. Dadurch entsteht der Eindruck, Liberalism erschöpfe sich im Eintreten für die Rechte von Frauen, Afro-Amerikanern, Homosexuellen, indigenen Völkern, Transsexuellen etc. Das klingt, als habe diese Weltsicht jemandem, der nicht einer dieser Gruppen angehört, also bsp.weise dem berühmten weißen heterosexuellen Mann, nichts zu bieten. „Ich bin weder eine Frau, noch schwarz, noch schwul, noch indigen und trans schon gar nicht. Wer setzt sich denn für meine Rechte ein?“ Dabei gerät völlig aus dem Blick, dass Liberalism ein Universalismus ist, d. h. ein politisches Denkmodell, welches von gruppenunabhängigen Rechten und Pflichten aller StaatsbürgerInnen ausgeht. Ich habe den Eindruck, dass das heutzutage von vielen weißen US-AmerikanerInnen, die aktuell noch ca. 56 % der Bevölkerung ausmachen, nicht bzw. – schlimmer – nicht mehr begriffen wird.

Und so wird der liberale Universalismus nach und nach von einem archaischen Tribalismus verdrängt, der die Aufrechterhaltung eines modernen Rechtsstaats immer schwieriger macht. Vermittelnde, von allen Parteien anerkannte Institutionen verlieren an Einfluss oder werden allein deshalb als parteilich diskreditiert, weil ihre RepräsentantInnen nicht dem eigenen Stamm angehören. Bisher latentes Freund-Feind-Denken tritt nun offener zutage: „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.“ Es entsteht ein immer stärkerer soziokultureller Bekenntniszwang, um die Gruppen untereinander zu festigen. Abweichler werden immer rigoroser bestraft. Vormals unpolitische Dinge wie etwa Infrastruktur, Bildung oder Medizin werden mehr und mehr politisiert.

Eine solche Tribalisierung einer Gesellschaft lässt sich nicht unbegrenzt weit treiben. Der Zerfall des Staates in sich feindlich gegenüberstehende kleinere Gebilde ist die Folge. Damit verkleinern sich auch Wirtschaftsräume und die Konkurrenz um Ressourcen verschärft sich. Die Preise steigen, der Lebensstandard sinkt. Weitere Segregationen sollen diese Probleme lösen, tun es aber nicht. Ein Schuldiger im Ausland wird gesucht und gefunden, Vergeltung wird gefordert. Man sieht sich schließlich gezwungen, einen Angriffskrieg zu beginnen etc.

*

Aber zurück zum Video: JL Peterson wirkt aufgrund seiner undeutlichen Aussprache zunächst ein wenig dümmlich, gar bemitleidenswert – ein Eindruck, der sich im Laufe des Gesprächs aber verflüchtigt. Er weiß genau, was er tut und stellt fast ausschließlich geschlossene Fragen (also Fragen, die nur mit Ja oder Nein beantwortet werden können), die so gestaltet sind, dass sie den Befragten immer stärker in die Enge treiben. Ein Beispiel:

Q Mögen Sie schwarze Konservative?

Antwortet man hier als Liberal mit „Nein“, könnte man als Rassist überführt werden, der den Schwarzen etwas nicht gönnt, antwortet man aber mit „Ja“, schwächt man das eigene Lager.

Einer solchen ebenso schlichten wie perfiden rhetorischen Einkreisungstaktik, die dazu dient, komplexe Sachverhalte bis zur Unkenntlichkeit zu vereinfachen, kann man eigentlich nur entgehen, indem man das Framing des Fragenden durch Gegenfragen aufbricht. Etwa so:

A Wen meinen Sie mit „schwarze Konservative“? Nennen Sie bitte konkrete Personen.

Peterson geht auf diese von Bonnell häufig angewandte Verteidigungs-Strategie aber fast nie ein, sondern wiederholt einfach seine Eingangsfrage, was das Video immer quälender und folter-artiger macht, je länger es dauert. So wird es von einem zumindest formal korrekt geführten Interview zu einer Art Schauprozess – allerdings nicht in der Art und Weise, wie das JL Peterson wohl intendiert hat. Er möchte an Bonnell ein Exempel statuieren und ihn der hypocrisy, also Heuchelei, überführen, entlarvt dabei aber unbeabsichtigt Stück für Stück seine eigenen Vorurteile, etwa „alle erwachsenen Gamer leben bei Mutti“ etc.

Hinzu kommen Passagen, in denen Peterson Bonnell ganz ohne pseudo-intellektuelle Verbrämung mit Häme überzieht („Beta-Male!“), was dann das Ganze endgültig auf Schulhof-Niveau herunterzieht. Aber so geht’s halt mitunter zu im US-amerikanischen Kulturkampf: irgendwann wird sich nur noch gegenseitig verbal gegen das Schienbein getreten.

Jerofejew erklärt (sich) Russland (2015)

Gelesen habe ich nichts von ihm, aber der Name steht halt seit Jahren in den Feuilletons, also scheint er wichtig zu sein. Aus Jerofejews Biographie erfährt man, dass er teilweise in Paris aufgewachsen ist, was ihn potentiell zum „Mittler zwischen Ost und West“ macht – so hätte man das in der Sprache der friedlichen Nachkriegszeit formuliert. Heute macht ihn das eher zum Zerstörer westlicher Illusionen über das vorherrschende Welt- und Selbstverständnis russischer Menschen.

Und seine Ansichten haben sich durch den Russisch-Ukrainischen Krieg nicht geändert. In einem aktuellen Gespräch mit dem Deutschlandfunk sagte er:

Russland ist eine Zivilisation, die immer noch eher asiatisch als europäisch ist. Dort glaubt man eher an einen Kult der Macht als an Humanismus. […] … da ist nichts an demokratischer Mentalität zu zerstören in Russland. Stattdessen herrscht eine brutale Mentalität vor, die eigentlich noch aus der mittelalterlichen Mongolen-Zeit stammt. Meine Landsleute sind also tatsächlich nicht reif für die Demokratie, weil sie gar nicht wissen, was das ist. Sie schauen auf den Westen und halten eine Demokratie für eine schwache Staatsform voller Kompromisse.

Viktor Jerofejew im Gespräch mit Gisa Funk, Deutschlandfunk 2022-04-28

Als die deutsch-französische Politikwissenschaftlerin Florence Gaub einige Tage vorher bei Lanz Ähnliches formulierte, wurde das bsp.weise von DIE PARTEI-Aktivist Marco Bülow als „rassistischer Müll“ bezeichnet:

Wir dürfen nicht vergessen, auch wenn Russen europäisch aussehen, dass es keine Europäer sind, jetzt im kulturellen Sinne, einen anderen Bezug zu Gewalt haben, einen anderen Bezug zum Tod haben. … Naja, das gibt da nicht diesen liberalen, postmodernen Zugang zum Leben … da geht man einfach anders damit um, dass da Menschen sterben.

Florence Gaub in der Talkshow „Markus Lanz“, ZDF 2022-04-12

Demzufolge hätte Jerofejew ja eine nahezu ultra-rassistische Einstellung gegenüber seinen eigenen Landsleuten! Hm. Konvergiert das nicht ein wenig mit den Ansichten russischer Autokorso-VeranstalterInnen hierzulande, für die jemand wie Jerofejew vermutlich einfach ein „Vaterlandsverräter“ ist?

Sei dem wie dem auch sei, mich erinnert diese diskursive Gemengelage an eine Kritik an Julia von Heinzens ganz hervorragendem Spielfilm „Und morgen die ganze Welt“ aus dem Jahr 2020, der von einer jungen Frau in der deutschen Antifa handelt. In der JUNGLE WORLD war damals zu lesen, der Film komme allzu oft „nicht über jene Klischees hinaus, die er zu kritisieren vorgibt“. Seine Geschichte sei „in einem Umfeld angesiedelt, das die Regisseurin unter Antifa versteht“. Das Problem dabei: Julia von Heinz war lange Jahre in der Antifa aktiv, der Film ist demzufolge in weiten Teilen autobiografisch.

Die Leserin versteht, worauf ich hinauswill: Vielleicht sollte man Menschen, die aus erster Hand aus ihrem Land bzw. ihrer (Sub-)Kultur berichten, erst einmal ein gewisses Wohlwollen entgegenbringen und ihren Eindrücken und Urteilen Glauben schenken? Kritisieren kann man sie anschließend natürlich trotzdem.

Rationierung oder Diktatur

Rationierung oder Diktatur – da fällt die Wahl leicht. Herrmann spricht konsequent den Blinden Fleck im Projekt „Grüner Kapitalismus“ an, nämlich das Problem des Übergangs von einer wachstumsgetriebenen Wirtschaft in eine Kreislaufwirtschaft. Wirtschaftsliberale Kreise haben darauf keine realistische Antwort, stattdessen hoffen sie auf noch nicht existierende gigantische technische Innovationen, etwa das „Heraussaugen“ des Kohlendioxids aus der Atmosphäre oder gar die Kernfusion. Die Lösung der Rechten besteht in der Privilegierung der eigenen Klientel (Land / Ethnie / Religionsgemeinschaft, also z. B. „China“, „russische Welt“, „weiße Rasse“ oder „Muslime“) zuungunsten des Rests der Welt, der dann getrost ohne jegliche Skrupel versklavt bzw getötet werden kann.

Was Herrmanns Größe ausmacht, ist, dass sie trotz ihrer Herkunft aus dem grünen Milieu in der Lage ist, sich von der Realo-Vison des Grünen Kapitalismus zu verabschieden zugunsten einer rationalen und rationierenden „Ökokratie“ unter Beibehaltung eines demokratischen Staats. Letztlich hat ihre Vision utilitaristischen Charakter. Ihr scheint es tatsächlich um das größte Glück der größten Zahl zu gehen.